Sarah Lavoine wählte für den Wintergarten das „Caravane“-Sofa, Leuchten von Paola Navone und einen marokkanischen Teppich.

 

Von New York bis Tokio, von Dubai bis Marrakesch und retour nach Paris: Sarah Lavoine gilt als Shootingstar der Interior-Welt.

 

Sofa „Caravane Chambre 19“ in weißem Leinenbezug, Kaffeetisch „Caravane“, Bodenleuchte „Maison de Famille“, Bild „Ecorce“. Design: Sarah Lavoine.

 

Die Fotografien und Wandleuchten entwarf Sarah für La Redoute.

 

Das „Caravane“-Sofa trägt ebenso ihre Handschrift wie die Bodenkissen und die geflochtene Bodenleuchte.

 

Privat-Sphären

 

Metalltisch mit Italo-Stühlen von STF, Marokko-Teppich und „Caravane“-Wandleuchten.

 

Insel mit Lava-Arbeitsplatte, Bistro-Tische und die blaue Keramik-Wand.

 

Mit dem richtigen Mix aus hellen Farben, dunklen Kontrasten und dem Einsatz natürlicher Materialien schafft Sarah Lavoine das, was viele so sehr begehren: einen durchdachten, zeitlosen Einrichtungsstil namens „Pariser Chic“.

 

Raffinierte Eleganz im Bad

 

#1 März 2014

Le Chic Parisien

Perspektiven suchte Sarah eigentlich schon ihr ganzes Leben lang. Sonnige Aussichten, intime Einsichten und das alles mit dem Blick auf das Wesentliche. Und weil sie diese Suche mit all den Abenteuern, die sie dabei begleiten, immer noch so gerne betreibt, zog die Pariser Innenarchitektin in ihren knapp vier Lebensjahrzehnten immer wieder gerne um. So beinahe zwanzig Mal, lose über den Daumen gerechnet. Aber das ist auch schon wieder eine andere Geschichte – denn die Reiselust und das Interesse an fremden Kulturen verdankte sie schon in frühen Jahren ihrem Vater, der fünfzehn Jahre lang die französische Vogue als Chefredakteur leitete. Der aufregende Modezirkus aus Farben und Formen, eleganten Linienführungen und exquisiten Stoffen ließ Sarah fortan nicht mehr los. Dennoch entschied sie sich schlussendlich, bei ihrer Mutter, Interior-Designerin Sabine Marchal anzu­heuern. Ein „Boot-Camp“ für angehende Innenarchitektinnen quasi. Aber mit Perspektiven, an denen sich heute all ihre Klienten immer noch nicht satt sehen können. Mutmaßlich.

Mit einer herrlichen Perspektive beginnt auch der elegante Wohnraum eines Hauses in Paris-Boulogne, in dessen Transformation die Handschrift von Sarah Lavoine wie ein persönliches Qualitätsmerkmal erkennbar über den Raum-Kompositionen schwebt. Den ersten Ton gibt das Glasdach über dem Erdgeschoß an: Dieses umschließt nicht nur die gesamte Fassade, sondern sorgt für ein von Sonnenlicht geschwängertes Ambiente, wie es nur einem ehemaligen Wintergarten gelingt. Gleichzeitig schnellt der Blick über dunkle Sofas unaufhaltbar nach vorne – bis er vom rundum liegenden satten Grün des Gartens aufgehalten wird. Mit Licht kennt sich die Innenarchitektin besonders gut aus, entwickelte sie vor allem in ihren kreativen Anfängen ein ganz besonderes Gespür für Wohnkonzepte, die sich mit Wärme und Energie, Schatten und Licht eindrucksvoll realisieren lassen. Im Detail: Raum soll für sich selbst sprechen und sich dabei den Vorzügen des natürlichen Lichts bedienen. Das ist im Fall dieses Habitats deshalb von besonderer Bedeutung, da der Ex-Wintergarten eigentlich als Vorwand für die ihm folgende Raumgestaltung dient. Denn Esszimmer und Küche, die beide hinter einer Verglasung neu positioniert wurden, profitieren nun von der „Erleuchtung“. Vor der Umgestaltung lagen diese Räume im hohlen Dunkel der Hausgeschichte. Das Schaffen von großen Öffnungen beherrscht Sarah Lavoine aus dem Eff­eff. Diszipliniert setzt sie dieses Konzept auch in der ersten Etage, welche die Eltern bewohnen, und in der zweiten, dem Kinderreich, fort. Bislang nie ernsthaft genutzt und ohnehin nur ein Raumverschwender, darf sich der nun ausgebaute Dachboden in seiner neuen Eigenschaft als charmant ausgestattetes Gästezimmer freuen. Zusammen mit den Freunden, die immer wieder auf einen oder zwei Sprünge vorbeischauen.

Licht geizt allerdings auch nicht mit Schattenseiten, das weiß Sarah Lavoine, die in der City erst vor kurzem ihre zweite Boutique eröffnete, sehr genau. Um der Maison von Kopf bis Erdgeschoß diesen zeitgemäßen Charme zu verleihen, entschied sie sich für einen generell weißen Hintergrund und wählte subtile Schiefer- und Perlengrau-Töne, die das oft kräftige, natürliche Licht zähmen und so das Gefühl der Raumtiefe verstärken. Dem nicht genug. Ihren erfolgreichen zeitlosen „French-Look“ für die eigenen vier Wände beschreibt die Designerin mit eigenem Möbel-Label so: „Ich verfolge keine Trends. Mein persönlicher Wohnstil orientiert sich an einer natürlichen Eleganz der Objekte. Eigentlich ein simpler Stil mit einer ausbalancierten Linienführung. Gemixt mit dem einen oder anderen Vintage-Accessoire, einfach und reizvoll.“

Perspektiven suchte Sarah eigentlich schon ihr ganzes Leben lang. Sonnige Aussichten, intime Einsichten und das alles mit dem Blick auf das Wesentliche. Und weil sie diese Suche mit all den Abenteuern, die sie dabei begleiten, immer noch so gerne betreibt, zog die Pariser Innenarchitektin in ihren knapp vier Lebensjahrzehnten immer wieder gerne um. So beinahe zwanzig Mal, lose über den Daumen gerechnet. Aber das ist auch schon wieder eine andere Geschichte – denn die Reiselust und das Interesse an fremden Kulturen verdankte sie schon in frühen Jahren ihrem Vater, der fünfzehn Jahre lang die französische Vogue als Chefredakteur leitete. Der aufregende Modezirkus aus Farben und Formen, eleganten Linienführungen und exquisiten Stoffen ließ Sarah fortan nicht mehr los. Dennoch entschied sie sich schlussendlich, bei ihrer Mutter, Interior-Designerin Sabine Marchal anzu­heuern. Ein „Boot-Camp“ für angehende Innenarchitektinnen quasi. Aber mit Perspektiven, an denen sich heute all ihre Klienten immer noch nicht satt sehen können. Mutmaßlich.

Mit einer herrlichen Perspektive beginnt auch der elegante Wohnraum eines Hauses in Paris-Boulogne, in dessen Transformation die Handschrift von Sarah Lavoine wie ein persönliches Qualitätsmerkmal erkennbar über den Raum-Kompositionen schwebt. Den ersten Ton gibt das Glasdach über dem Erdgeschoß an: Dieses umschließt nicht nur die gesamte Fassade, sondern sorgt für ein von Sonnenlicht geschwängertes Ambiente, wie es nur einem ehemaligen Wintergarten gelingt. Gleichzeitig schnellt der Blick über dunkle Sofas unaufhaltbar nach vorne – bis er vom rundum liegenden satten Grün des Gartens aufgehalten wird. Mit Licht kennt sich die Innenarchitektin besonders gut aus, entwickelte sie vor allem in ihren kreativen Anfängen ein ganz besonderes Gespür für Wohnkonzepte, die sich mit Wärme und Energie, Schatten und Licht eindrucksvoll realisieren lassen. Im Detail: Raum soll für sich selbst sprechen und sich dabei den Vorzügen des natürlichen Lichts bedienen. Das ist im Fall dieses Habitats deshalb von besonderer Bedeutung, da der Ex-Wintergarten eigentlich als Vorwand für die ihm folgende Raumgestaltung dient. Denn Esszimmer und Küche, die beide hinter einer Verglasung neu positioniert wurden, profitieren nun von der „Erleuchtung“. Vor der Umgestaltung lagen diese Räume im hohlen Dunkel der Hausgeschichte. Das Schaffen von großen Öffnungen beherrscht Sarah Lavoine aus dem Eff­eff. Diszipliniert setzt sie dieses Konzept auch in der ersten Etage, welche die Eltern bewohnen, und in der zweiten, dem Kinderreich, fort. Bislang nie ernsthaft genutzt und ohnehin nur ein Raumverschwender, darf sich der nun ausgebaute Dachboden in seiner neuen Eigenschaft als charmant ausgestattetes Gästezimmer freuen. Zusammen mit den Freunden, die immer wieder auf einen oder zwei Sprünge vorbeischauen.

Licht geizt allerdings auch nicht mit Schattenseiten, das weiß Sarah Lavoine, die in der City erst vor kurzem ihre zweite Boutique eröffnete, sehr genau. Um der Maison von Kopf bis Erdgeschoß diesen zeitgemäßen Charme zu verleihen, entschied sie sich für einen generell weißen Hintergrund und wählte subtile Schiefer- und Perlengrau-Töne, die das oft kräftige, natürliche Licht zähmen und so das Gefühl der Raumtiefe verstärken. Dem nicht genug. Ihren erfolgreichen zeitlosen „French-Look“ für die eigenen vier Wände beschreibt die Designerin mit eigenem Möbel-Label so: „Ich verfolge keine Trends. Mein persönlicher Wohnstil orientiert sich an einer natürlichen Eleganz der Objekte. Eigentlich ein simpler Stil mit einer ausbalancierten Linienführung. Gemixt mit dem einen oder anderen Vintage-Accessoire, einfach und reizvoll.“

Mit dem richtigen Mix aus hellen Farben, dunklen Kontrasten und dem Einsatz natürlicher Materialien schafft Sarah Lavoine das, was viele so sehr begehren: einen durchdachten, zeitlosen Einrichtungsstil namens „Pariser Chic“.

Raffinierte Eleganz im Bad

Es nötigt einem schon gehörig Respekt ab, mit welch subtiler Raffinesse sich ein Raum beinahe mühelos öffnen lässt. Sarah Lavoine genießt diesen kreativen Spagat mit gleich zwei Wohnzimmern. Im ersten, dem Ex-Wintergarten, positionierte sie ihr schiefergraues „Caravane“-Sofa im äußeren Eck der Glasverkleidung. Einerseits definiert die Linienführung des Ecksofas nun die Kontur dieses Raumes und schafft gleichzeitig eine Sichtachse zum zweiten. Mit einem reizvollen optischen Zusatzeffekt: Dieser Wohnraum wirkt durch die schiefergraue Wand und das gepolsterte Sofa mit weißem Leinenbezug viel intimer und heimeliger. Zusätzlich treibt der Spiegel seine Spielchen mit der Schärfentiefe des Raumes.

Weniger ist mehr. Sarah Lavoines Arbeiten sind längst dafür bekannt, dass sie in hochqualitativem, bewohnbarem Gegenwartsdesign ohne Ressentiments gegenüber dem Einsatz von kräftigen Wandfarben münden. Was benötigt ein Esszimmer? Genau! Eine lange Tafel, bevorzugt in lackiertem Metall, sechs funktionierende Stühle und einen marokkanischen Teppich, der diese Genuss-Insel optisch zusammenhält. „Mehr wird für ein Esszimmer auch nicht benötigt, ohne dafür Licht und wertvollen Platz zu opfern“, erklärt Sarah ihre praktische Einstellung. Gleich nebenan, geteilt durch den verglasten Rahmen, wurde die Küche installiert. Vormals eine alte Werkstätte, hält die zentrale Insel mit ihrer Arbeitsplatte aus schwarzem Lavagestein den ersten Augen-Blick fest – ein typisches Eye­catcher-Schicksal. Dahinter öffnet sich die Boffi-Küchenzeile in eleganter dunkler Eiche, ausgestattet mit unverwüstlichen Edelstahlplatten. Gebürstet. Beiderseits der alten Hauptwand installierte Sarah zwei Ess-Ecken, die mit diskretem Charme in die offene Küchenkomposition integriert wurden. Hier wird ersichtlich, wie der Einsatz von Farbe, hier die blaue Wand hinter den Regalen, den Raum redefinieren kann.

Das Beste für die Gäste – und in diesem Domizil bleiben sogar Freunde länger, als einem möglicherweise lieb sein könnte. So offen die Wohn- und Nutzräume konzipiert wurden, der Dachboden ist reine Verschlusssache. Nicht im engsten Sinne, aber vor der Türe beginnt hier nicht nur die Komfort- sondern auch die Privat-Zone. Durchaus gewollt. Matt-schwarze Wände und ein rötlich-dunkler Bodenbelag, nur durchbrochen mit weißen Streifen, die sich visuell in den architektonischen Bauteilen des Dachgeschoßes fortsetzen, sind geradezu prädestiniert, sich einzuigeln und dem Gefühl eines umhüllenden Komforts hinzugeben. Das Doppelbett versteckt sich raumsparend in einer Ecke, so bleibt mehr Platz für das „Caravane“-Sofa, den Flohmarkt-Schaukler, Sarahs Sitzkissen und Bodenleuchten. Genauer betrachtet, ähnelt der Dachboden mit seinen schwarzen, roten und weißen Farben beinahe einer überdimensionalen Box, in der die überlappenden Farben optisch zusätzlichen Raum generieren. Aber wer würde gerade jetzt nicht gerne in diesem geräumigen Pariser Domizil in einem der Sofas versinken, mit einem Liedchen auf den Lippen? Etwa „I’m living in a box“ ...