Oktober 2020

Lasnik Eyewear


Die Familie Lasnik ist kein kleines Optikgeschäft im beschaulichen Rosental in der Steiermark. Der Optikerbetrieb Lasnik beschreitet innovative Wege in Sachen Brillendesign und Herstellung. Mittlerweile sind aber nicht nur Brillen im Portfolio.

Essence of Chi™

People

In der Welt der Haute Parfümerie weht ein frischer Wind. Die Feng Shui Beraterin und Newcomerparfümeurin Deana Wyland-Fries bringt mit der bahnbrechenden Essence of Chi™ ELEMENTALS Linie ihre erste Duftkollektion auf den Markt. Die fünf neuen Düfte basieren auf den fünf Elementen Wasser, Feuer, Erde, Luft und Metall und sollen nicht nur gut duften, sondern auch die Seele seiner Trägerin beflügeln. Ganze fünf Jahre arbeitete Deana Wyland-Fries mit einem Parfümeur aus Grasse daran, die Weisheit der chinesischen Lehre der Fünf Elemente mit der westlichen Kunst der Haute Parfümerie zu verknüpfen. Aus dieser Zusammenarbeit entstanden fünf, hochkarätige Parfums.

Claudio Luti neuer Botschafter für EXPO 2015 in Mailand

Einer der profiliertesten Unternehmer Italiens, Kartell-Präsident Claudio Luti ist in den Reigen der Botschafter für die heurige Expo in Mailand aufgenommen worden. Und Luti hat viele Ideen, um für die Weltausstellung und ihr Thema „Feeding the Planet, Energy for Life“ bestmöglich die Werbetrommel zu rühren. „Die Expo 2015 ist eine große Chance, die wir gemeinsam ergreifen müssen, um der Stadt Mailand, als treibendem Motor unserer Industrie, und unserem ganzen Land wieder zu einem Aufschwung zu verhelfen. Wir denken auch an das Konzept, den Planeten im Hinblick auf verstandesmäßige Aspekte zu nähren, Kultur zu schaffen und den Sinn für das Schöne und die gute Verarbeitung mit der kreativen Energie weiterzuentwickeln, die unserem Produktionssystem eigen ist“, sagt Luti, der Vorsitzende der Kartell S.p.A. und spielt damit auf die Erfahrungen an, auf die sein Unternehmen für elegante, industriell hergestellte Möbel und Designobjekte aus Kunststoff zurückblicken kann. 

BTU Nightflight – Reisen, Mode, Lifestyle im Hangar-7

Eine Grundvoraussetzung für jeden gelungenen Event ist die geeignete Location. Der Hangar-7 auf dem Flughafen Salzburg ist in dieser Hinsicht kaum zu schlagen. Das bewahrheitete sich auch beim zweiten BTU Nightflight. Diese Veranstaltung stand 2014 ganz im Zeichen des Reisens und bot seinen Gästen einen ereignisreichen Abend mit Showprogramm und Modeschau. Mit dabei war der Show-ACT Flying Steps, die brasilianische Tanzgruppe Ailton Tropical Dance, Sängerin Viktoria Kofler und eine äußerst originelle Kinderschuhplattler-Gruppe aus Maria Alm. Der Bogen des illustren Abends, zu dem mehr als 800 Gäste geladen waren, spannte sich also von aktuellen Reise-News bis hin zur Präsentation von angesagten Fashion- und Lifestyle-Trends. Ausrichter dieses Events der Extraklasse war BTU, Business Travel Unlimited, seit über 21 Jahren erfolgreicher Veranstalter im Geschäftsreisemanagement. Für die beteiligten Firmen verbindet diese Veranstaltung das Angenehme mit dem Geschäftssinnigen, denn der BTU Nightflight ist eine überaus interessante Plattform, um Neues sowie Altbewährtes aus der jeweiligen Branche entsprechend breit zu präsentieren.

Design soll das Leben verbessern

Warum schwingt beim Begriff „Design“ in Österreich noch immer latente Verachtung mit? Ist das so?
Ja, das ist so. Vielleicht müssen wir die Frage „Wofür brauchen wird Design?“ umfassender beantworten. Wir leben ja in einer nicht unkomplizierten Welt, teilweise weit über unsere Ressourcen, da muss Design die Signale in die richtige Richtung lenken, damit generationsübergreifend verstanden wird, dass sich auch die vielen kleinen Dinge des Lebens in Summe auswirken.

Hat es in der Vergangenheit im MAK zu wenig Bemühungen gegeben, Design als integralen Bestandteil des Alltags zu präsentieren?
Ich würde sagen, dass der früher gängige Designbegriff im Sinne von Lifestyle zum Glück eher vernachlässigt wurde, aber die Entwicklung ist längst darüber hinweggegangen. Wenn heute eine Legende des Industriedesigns wie Dieter Rams sagt, es ist nicht die Aufgabe von Designern, neue Objekte zu entwerfen, sondern eine bessere Gesellschaft zu gestalten, sieht man, welchen Herausforderungen sich Design heute stellen muss. Das ist für uns ein guter Zeitpunkt, das Haus neu zu positionieren, und nicht umsonst haben wir das Design Labor als solches benannt.

Bei Ihrem Antreten vor drei Jahren haben Sie ja unter anderem als Ziel genannt, ein ganz junges Publikum zu erreichen. Wie weit ist das bisher gediehen?
Es gibt eine ausgezeichnete Kooperation mit dem Wiener Stadtschulrat, und der Besuch von Schülern ist für uns eine schöne tägliche Bereicherung. Seit Mai dieses Jahres zeigen Sie im Souterrain eine gigantisch bestückte Schausammlung aus Beständen des Hauses.

Macht diese sich schon in den Besucherzahlen bemerkbar?
Zuletzt hatten Sie rund 100.000 pro Jahr. Ein Aufwärtstrend ist klar erkennbar, allerdings fehlt uns das Geld für ausreichendes Marketing. Wir sind zuversichtlich, dass sich der Aufwärtstrend noch verstärken wird.

Sind 2.000 Exponate nicht ein bisschen viel auf einmal?
Auf einmal schon, aber zumal die Ausstellung ja gewisser­maßen in Kapitel strukturiert ist – Essen, Sitzen, Ornament und weitere –, kann man sie ja leicht in mehreren Besuchen erleben. Was wir jetzt tun müssen, ist, weiterhin neue Wege auch in dieser Alltagsnähe aufzuzeigen, um das Publikum immer wieder dafür zu interessieren. Das Ganze ist ja auf mehrere Jahre hin angelegt.

Die Gestalter, das Büro Eoos, haben weitgehend auf Beschriftungen verzichtet, man muss die Objekte via Handlisten identifizieren. Hat sich dieses System bewährt?
Ja, das betrifft ja vor allem jene Räume, in denen die große Anzahl der gezeigten Objekte Einzelbeschriftungen unmöglich macht. Bisherige Reaktionen des Publikums sind durchwegs positiv.

Sie nennen es bewusst nicht Ausstellung, sondern Labor. Warum?
Das muss jetzt halt mit Leben erfüllt werden, es wird viele Begegnungen, Lectures, Diskussionen etc. geben. Ich setze dabei auf die Kooperation mit Unternehmen, vor allem solchen, die Herausforderungen der Zeit erkennen und sich ihnen stellen. Damit sollte es auch gelingen, jüngere, sehr konsumbewusste Generationen für das Haus zu interessieren.

Nennen Sie uns ein Themenbeispiel, bitte.
Stichwort: Ernährung, Essen und Trinken. Food Design wird auf jeden Fall ein Thema sein, selbstverständlich nicht auf die ästhetischen Komponenten bildbeschränkt, sondern auch in Hinblick auf Ressourcen, Nachhaltigkeit, soziale Aspekte und andere Facetten dieses Themas. Jeder, der anstrebt, smart zu
altern, ist auch gut beraten, sich mit Food Design auseinanderzusetzen. Diese Diskurse dienen auch der Vorbereitung der Vienna Biennale, die wir mit Partnern machen wollen.

Junge Talente in innovativer Kochshow

Ein ganz spezielles Phänomen in der Fernsehlandschaft des 21. Jahrhunderts ist die Kochsendung. Seit geraumer Zeit erhält dieses Format immer mehr und kontinuierlich steigenden Publikumszuspruch. Gewiefte Fernsehproduzenten haben diesen Trend seit langem erkannt und die unterschiedlichsten Interpretationen und Abläufe erfunden und durchgespielt. Eine brandneue Kochshow sticht aus dem dicht bestandenen Feld von Kochsendungen weit heraus, denn es geht hier zur Abwechslung einmal um Jugendliche, die sich fürs Kochen begeistern. Diese ambitionierte Geschichte trägt den Titel „Teka sucht den Küchenstar!“, wird von HN Consulting in Kooperation mit Red Media TV produziert und auf ATV2 ausgestrahlt. 

Hier wird auf anschauliche Weise das Vorurteil ausgeräumt, Jugendliche hätten kein Interesse am Kochen. Die engagierten Kochlehrlinge beweisen, dass sie mit Eifer bei der Sache sind und das Herdfeuer nicht scheuen. Als Moderator fungiert Starkoch Heinz Hanner, seines Zeichens Eigentümer des Restaurants Relais & Châteaux Hanner in Mayerling und ein Mann, der österreichweit für hochwertige Zutaten in optimaler Frische, sorgfältige Zubereitung und gute Küche bekannt ist, die in der Vergangenheit schon mit Gault-Millau-Hauben (3) und Guide-Michelin-Sternen (2) bedacht wurde. Der Profi ist aber auch ein Mentor für seine wettkämpfenden Schützlinge – und diese Rolle steht ihm besonders gut, denn in seinem eigenen Betrieb ist er ein engagierte Lehrherr, der 2007 Top-Arbeitgeber des Jahres war und dessen Lehrlinge 2008 den ersten Lehrlingswettbewerb der Top-Hotellerie gewannen. Die Sensation dabei war, dass das Hanner-Team so prominente Wiener Hotels wie Imperial, Sacher, Hilton, Bristol, InterContinental, Marriot usw. auf die Plätze verwies. Kulinarische Highlights, junge Talente, ein Starkoch als Moderator und eine prominente Jury – so vielversprechend präsentiert sich also „Teka sucht den Küchenstar!“. Das Konzept ist denkbar einfach: Ambitionierte Jungköche kreieren jeweils zwei Gerichte aus einem vorgegebenen Korb an Lebensmitteln. Unter Starkoch Heinz Hanners fachkundigen Blicken und mithilfe einer jeweils dreiköpfigen Jury wird aus den insgesamt 32 Teilnehmenden, die nach dem K.-o.-System gegeneinander kochen, der „Küchenstar“ gekürt. Als Jury wechseln sich Prominente wie Musical-Star Uwe Kröger, Moderator Reinhard Jesi-onek oder Ex-Miss-Austria Carmen Stamboli ab. Die Juroren bewerten nach drei Kriterien, die für jeden Gourmet entscheidend sind: Geschmack, Kreativität und Optik. Die beiden Jungköche der jeweiligen Sendung haben für die Zubereitung der Speisen 60 Minuten Zeit. Sie müssen ein salziges und ein süßes Gericht kochen. Die Jury bewertet die beiden Speisen im Paket nach den oben angeführten Kriterien und vergibt Punkte: maximal 5 Punkte pro Kategorie (Geschmack, Kreativität und Optik) und Speise. Das heißt, dass ein Jurymitglied pro Kandidat maximal 15 Punkte vergeben kann. Da die Jury aus drei Personen besteht, ist die höchste Gesamtpunkteanzahl, die ein Kandidat erreichen kann, 45 Punkte. Dem Sieger winkt neben einer Reise nach Paris auch ein vierwöchiges Praktikum beim weltweit renommierten 3-Michelin-Sterne-Koch Juan Amador in Mannheim. 

Ich liebe es, wenn es möglichst eng wird

Lassen Sie uns über Ihre Zusammenarbeit mit den Wittmann Möbelwerkstätten, genauer gesagt über Ihr Projekt „Oyster“ sprechen. Was war an dieser Kooperation besonders?
Besonders war, dass Wittmann unter anderem einige sehr alte, ganz besondere Stücke in seinem Programm hat. Da stellt sich natürlich gleich einmal die Frage, wie geht so ein Traditionshaus mit der zeitgenössischen Welt um? Wie kann man also heute etwas entwickeln, das zur Firma passt und sich in ihre DNA einreiht. Das ist die große Herausforderung.

Wie sind Sie an diese herangegangen?
Ich hab mir das Unternehmen gut angeschaut, hab schon bald Frau Wittmann und ihren Mann, Herrn Hofer getroffen, und mich ausführlich mit ihnen unterhalten, sozusagen den Puls der Firma gefühlt. Auf der anderen Seite war es mir auch wichtig, von außen etwas über dieses „Österreichische“ herauszukriegen. Ich hab mich dann auch sehr mit Kleinpolstermöbeln auseinandergesetzt, wie sie auch oft in Kaffeehäusern zu finden sind. Wohl darum bin ich auch beim kleinen, visuell und physisch leichten Möbel geblieben, das trotzdem alle Sitzqualitäten vorweist, die man von Wittmann erwartet.

Wie kam es zum Namen „Oyster“?
Das kam erst ganz zum Schluss von der Firma Wittmann. Das Produkt hat zwei Seiten, eine relativ harte Außenseite und eine weiche, strukturierte Innenseite. Daher das Bild der Auster.

Sie erwähnten das „Österreichische“. Erklären Sie uns, was Sie konkret damit meinen?
Wenn ich zum Beispiel im Polstermöbelbereich Italien als großen Gegenspieler hernehme, geht es dort sehr viel um Show. Es wird eine Menge für große Räume entwickelt. Sehr viele Möbel sehen sehr gut aus, wenn sie vier, fünf Meter lang sind. Österreich ist eher kleinräumig, auch im Kaffeehaus muss ja auf Platz geachtet werden. Und die Platzfrage hat natürlich heute eine große Aktualität. Ich denke, wir müssen uns im Zusammenrücken üben und mir gefällt die Überlegung, etwas zu machen, das für Komfort und Luxus in einem guten Sinne steht, aber halt für kleinere Räume entworfen wurde.

Sie sprachen von Italien und Österreich. Wie sieht es denn im Schweizer Design aus?
Ich denke, der Unterschied zu Österreich ist gar nicht so groß. Wir sind bestimmt nicht so katholisch wie die Italiener und ich glaube, im Moment passiert auch einiges in Sachen Authentizität. Ich hab das Gefühl, die Leute möchten vermehrt wissen, was sie kaufen und wünschen sich, dass die Produkte auch so ausschauen wie sie sind.

Aber bezüglich des Traditionellen im Sinne von Manufakturen gibt es durchaus Unterschiede.
Ja, da habt ihr in Österreich mehr Tradition, mehr Geschichte. Die Schweiz hatte weniger Manufakturen, bei uns gab es auch keine Hoflieferanten. In der Schweiz ging es eher Richtung Kleinindustrien. Also Firmen wie Wittmann oder Lobmeyr haben wir in der Schweiz leider nicht.

Wie denken Sie über das Know-how, die handwerkliche Expertise im Zusammenhang mit einer solchen Kooperation?
Das Fertigungs-Know-how ist enorm wichtig. Bei Wittmann sind da ja Leute, die traditionelle Handwerke erlernten und auch 3-D-Zeichnungen umsetzen können. Handwerk hat sehr viel mit Ethik zu tun, egal ob das eine alte Handlung ist, oder ob es um hochtechnologische Geräte geht.

Welche Bedeutung hat in der heutigen Zeit eigentlich noch das Modell im Entwurfsprozess?
Ich finde es äußerst wichtig. Diesbezüglich geht es vor allem um Präzision und den Charakter eines Objektes. Unsere Modelle sind immer im Maßstab 1:1, wir bauen nie kleine, gebastelte Dinge.

Sie sprachen zuvor von Ethik. Lassen Sie uns über Emotionalität sprechen. Wie gehört diese für Sie zu Design?
Oh, das ist ein sehr wichtiges Element, aber man darf es nicht PR-mäßig überstrapazieren. Die Emotion ist der erste Zugang, den wir zu einem Objekt haben. Aber hinter der Emotion muss dann schon noch etwas kommen. Wenn es nur Emotion ist, dann gehts für mich in die falsche Richtung.

Das führt zur Funktionalität. Aber treten sich Emotionalität und Funktionalität nicht oft gegenseitig auf die Füße?
Eines ohne das andere ist wenig wert. Es geht um die Schnittmenge dieser beiden Elemente, die ist das Interessante. Außerdem bin ich, so glaub ich, schon eher ein Funktionalist und eher der Moderne als der Postmoderne verpflichtet.

Wie schaffen Sie diese Schnittmenge?
Das müssen andere beurteilen. Ich kann nur sagen, dass sie mich sehr interessiert.

Aber wann ist der Punkt erreicht, an dem Sie sagen: „Jetzt passts“?
Nun, es gibt Entwürfe, bei denen ist es besser gelungen als bei anderen. Das fällt einem ja erst im Nachhinein auf. Wenn wir nochmal von „Oyster“ sprechen, schieben sich die beiden Bereiche sehr schön ineinander. Ich hab auch von Wittmann die Rückmeldung erhalten, dass man vom Lederhandwerk keine speziellen Kapriolen schlagen muss, um es zu fertigen. Es ist nicht speziell kompliziert. Und das freut mich natürlich, weil es im Ausdruck etwas hat, das man nicht mit dem nächsten Mitbewerber vergleichen kann.

Le Chic Parisien

Perspektiven suchte Sarah eigentlich schon ihr ganzes Leben lang. Sonnige Aussichten, intime Einsichten und das alles mit dem Blick auf das Wesentliche. Und weil sie diese Suche mit all den Abenteuern, die sie dabei begleiten, immer noch so gerne betreibt, zog die Pariser Innenarchitektin in ihren knapp vier Lebensjahrzehnten immer wieder gerne um. So beinahe zwanzig Mal, lose über den Daumen gerechnet. Aber das ist auch schon wieder eine andere Geschichte – denn die Reiselust und das Interesse an fremden Kulturen verdankte sie schon in frühen Jahren ihrem Vater, der fünfzehn Jahre lang die französische Vogue als Chefredakteur leitete. Der aufregende Modezirkus aus Farben und Formen, eleganten Linienführungen und exquisiten Stoffen ließ Sarah fortan nicht mehr los. Dennoch entschied sie sich schlussendlich, bei ihrer Mutter, Interior-Designerin Sabine Marchal anzu­heuern. Ein „Boot-Camp“ für angehende Innenarchitektinnen quasi. Aber mit Perspektiven, an denen sich heute all ihre Klienten immer noch nicht satt sehen können. Mutmaßlich.

Mit einer herrlichen Perspektive beginnt auch der elegante Wohnraum eines Hauses in Paris-Boulogne, in dessen Transformation die Handschrift von Sarah Lavoine wie ein persönliches Qualitätsmerkmal erkennbar über den Raum-Kompositionen schwebt. Den ersten Ton gibt das Glasdach über dem Erdgeschoß an: Dieses umschließt nicht nur die gesamte Fassade, sondern sorgt für ein von Sonnenlicht geschwängertes Ambiente, wie es nur einem ehemaligen Wintergarten gelingt. Gleichzeitig schnellt der Blick über dunkle Sofas unaufhaltbar nach vorne – bis er vom rundum liegenden satten Grün des Gartens aufgehalten wird. Mit Licht kennt sich die Innenarchitektin besonders gut aus, entwickelte sie vor allem in ihren kreativen Anfängen ein ganz besonderes Gespür für Wohnkonzepte, die sich mit Wärme und Energie, Schatten und Licht eindrucksvoll realisieren lassen. Im Detail: Raum soll für sich selbst sprechen und sich dabei den Vorzügen des natürlichen Lichts bedienen. Das ist im Fall dieses Habitats deshalb von besonderer Bedeutung, da der Ex-Wintergarten eigentlich als Vorwand für die ihm folgende Raumgestaltung dient. Denn Esszimmer und Küche, die beide hinter einer Verglasung neu positioniert wurden, profitieren nun von der „Erleuchtung“. Vor der Umgestaltung lagen diese Räume im hohlen Dunkel der Hausgeschichte. Das Schaffen von großen Öffnungen beherrscht Sarah Lavoine aus dem Eff­eff. Diszipliniert setzt sie dieses Konzept auch in der ersten Etage, welche die Eltern bewohnen, und in der zweiten, dem Kinderreich, fort. Bislang nie ernsthaft genutzt und ohnehin nur ein Raumverschwender, darf sich der nun ausgebaute Dachboden in seiner neuen Eigenschaft als charmant ausgestattetes Gästezimmer freuen. Zusammen mit den Freunden, die immer wieder auf einen oder zwei Sprünge vorbeischauen.

Licht geizt allerdings auch nicht mit Schattenseiten, das weiß Sarah Lavoine, die in der City erst vor kurzem ihre zweite Boutique eröffnete, sehr genau. Um der Maison von Kopf bis Erdgeschoß diesen zeitgemäßen Charme zu verleihen, entschied sie sich für einen generell weißen Hintergrund und wählte subtile Schiefer- und Perlengrau-Töne, die das oft kräftige, natürliche Licht zähmen und so das Gefühl der Raumtiefe verstärken. Dem nicht genug. Ihren erfolgreichen zeitlosen „French-Look“ für die eigenen vier Wände beschreibt die Designerin mit eigenem Möbel-Label so: „Ich verfolge keine Trends. Mein persönlicher Wohnstil orientiert sich an einer natürlichen Eleganz der Objekte. Eigentlich ein simpler Stil mit einer ausbalancierten Linienführung. Gemixt mit dem einen oder anderen Vintage-Accessoire, einfach und reizvoll.“

Am Anfang war das East End

Vielschichtig, komplex, originär: Mit diesen Attributen gilt Bethan Laura Wood als „next big thing“ des britischen Designs. 2009, nach ihrem Abschluss am Royal College of Art, machte sie erstmals auf sich aufmerksam. Endlich mal eine, die gegen den Strom schwimmt, jubelten die Kritiker, und das Publikum pflichtete ihnen bei; sie sei „von einem anderen Stern“, schrieb gar das Wallpaper* Magazine. Spätestens seit dem Vorjahr dürfte Wood den Platz als Lieb- und Wunderkind der Szene so schnell niemand streitig machen. Da heimste die 29-Jährige neben dem Designers of the Future Award gleich zwei weitere wichtige Auszeichnungen ein: den Design Week Rising Star Award und den Ketel One Legacy Prize, diesen für handwerkliche Leistungen. Ihre Arbeiten waren auf der Design Miami/Basel und am Salone in Mailand zu sehen, im September folgte in der Londoner The Aram Gallery ihre erste Einzelausstellung. Den Lehrauftrag an der ECAL Lausanne, einer der besten Design-Hochschulen Europas, absolvierte sie quasi nebenbei.

Wir treffen Bethan Wood im „English Restaurant“ am Old Spitalfields Market, einem ihrer Lieblingsplätze. Selbst hier, im Künstlerquartier des East End, ist sie nicht zu übersehen. Sagen wir so: Kämen Gilbert & George zur Tür hereinspaziert – sie wohnen in der Gegend, es wäre also denkbar –, sie könnte ihnen erzählen, was eine Kunstfigur ist. Bis dahin nutzen wir die Zeit, um einen Caffè Latte zu trinken und über ihre Arbeit zu plaudern.
Sie sei am Sprung nach Vicenza, beginnt Wood, um dort mit „Tischlern, Glasbläsern und Schmieden“ an neuen Objekten zu arbeiten. „Das Kunsthandwerk in der Region ist großartig“, schwärmt sie, „so etwas gibt es bei uns nicht mehr. Wir sind gut im Entwerfen und Theoretisieren, aber wir haben das Produzieren verlernt.“ Die in Italien entstehenden Arbeiten bleiben erst mal vor Ort. Als Auftragsarbeit der Galerie Nilufar, die Wood seit 2011 exklusiv vertritt, werden sie im April am Salone gezeigt. Ebenso eine zweite Serie, an der sie demnächst zu arbeiten beginnt: Auch die dänische Firma Kvadrat, führend in Sachen Textildesign, hat für das Benchmark-Event bei ihr bestellt.
Mit Kleinstauflagen im Hochpreissegment bleibt sich die Designerin also erst einmal treu. Ihr Markenzeichen sind von Hand produzierte Möbel mit aufwendig gestalteten Oberflächen, mundgeblasene Leuchten und exquisite Wohnaccessoires in der Art ihres „Shrine“, eines raumgreifenden Kerzenständers aus Walnuss, Messing und schwarz lackiertem Holz. „Auch wenn ich viel in die Richtung mache: Mich reizt auch die andere Seite, das Industriedesign“, erklärt sie. „Am liebsten wäre mir beides: Einzelstücke zu entwerfen und maschinell gefertigte Dinge.“
Um Handwerk versus Massenproduktion gehe es dabei jedoch nicht. Sie suche vielmehr „nach der jeweils richtigen Lösung“. Die könne in einem Schmuckstück genauso liegen wie in einem Textilentwurf oder einem Bücherregal. „Egal, was ich mache, ich bin immer Designerin. Das heißt für mich: Meine Arbeiten sollen für das funktionieren, für was sie geschaffen wurden.“ Funktionalität, erklärt sie, sei dabei nicht nur im Praktischen begründet. Es gebe auch den konzeptuellen Nutzen: „Dann, wenn uns Dinge zum Nachdenken bringen, zum Neubewerten unserer Umgebung. Um diesen Nutzen kreisen viele meiner Arbeiten. Die Funktion, etwas zu beantworten, ist ebenso wichtig wie die Funktion, eine Frage zu stellen.“

Fragen stellen vor allem ihre Arbeiten mit dem Werkstoff Laminat. Schon im Studium entdeckte sie das einstige Trendmaterial für sich. Seither ist sie auf der Jagd – nach Archivstücken, nach Restposten, nach Originalen der Designgruppe Memphis, die den Billig-Belag in den 80er-Jahren salonfähig machte. Das Faszinierende daran? „Es ist das ultimative Fake. Laminat imitiert Materialien, die wertvoller sind als es selbst, zum Beispiel Marmor oder Holz. Früher fand man das cool, heute ist es verpönt, grad noch gut genug für den Kebab-Shop ums Eck. Das sagt etwas aus. Über unser Verhältnis zur materiellen Welt, über unsere Wahrnehmung. Ich möchte wissen: Was passiert, wenn ich das Falsche noch einmal verfälsche? Wie verändert das unsere
Bewertung des Materials? Also behandle ich es wie etwas Kostbares, wie ein seltenes, exotisches Holz.“ Auf diese Weise entstehen ihre Marketerien, für die sie per Laser geschnittene Laminate wie Puzzleteile zusammensetzt. Zum Beispiel für die Tische der Serie „Moon Rock“ (2011) oder die „Hot Rock“-Kabinettschränke (2012). Die Motive, die dabei herauskommen, sind bizarr: aufgeschnittene Halbedelsteine, Mondkrater und stilisierte Bakterien, „eine Pop-Version der Natur“, so Wood. „Inspiriert dazu hat mich die Natur in der Stadt, die Natur im unnatürlichen Kontext. Da sind Ambivalenzen, die ich spannend finde.“

Neben Mustern und Materialien beschäftigt sich Wood vor allem mit Farbe. „Ich bin ein bisschen besessen davon“, sagt sie. „Farben haben ungeheure Kraft, vor allem in ihrer Wirkung untereinander. Wenn ich ein Grün neben ein Gelb stelle, treten die beiden in Dialog. Aber was passiert, wenn ein Braun dazukommt? Dann ändert sich alles.“ Im Umgang mit Farbe spiegeln sich die Meilensteine ihrer Entwicklung, im Persönlichen wie im Gestalterischen. „An Farben habe ich mich lange Zeit nicht herangetraut“, gesteht sie. „Vielleicht hab ich auch das Klischee gefürchtet: Da zieht sich eine bunt an und macht komische bunte Sachen. Inzwischen sehe ich das gelassen. Ich bin, was ich bin, und daraus schließt jeder, was er eben will. Diese Erkenntnis war eine Befreiung, sie hat auch meine Farben befreit.“

Symphonie in weiss und silber

350 Quadratmeter Wohnfläche, ummantelt von der lupenreinen Architektur eines Doppelhaus-Neubaus in der nordportugiesischen Stadt Vila do Conde, auf die, quasi zum Drüberstreuen, eine 100-Quadratmeter-Terrasse atemberaubende Aussichten bietet. Eine junge Unternehmerin und ihre zwei Söhne schwelgten im Bauherrenglück. Jedoch: Zum Einrichten des neuen Domizils fehlten der künftigen Bewohnerin „sowohl die Zeit als auch die Fähigkeiten“. Weshalb sie sich an eine der profiliertesten Kennerinnen in Sachen Interior-Design wandte: Cristina Jorge de Carvalho – Designerin, Innenarchitektin und immer dann zur Stelle, wenn nackter Rohbau nach maßgeschneidertem Outfit verlangt. In diesem Fall möglichst herzeigbar und elegant, dem Lebensstil der Bewohnerin entsprechend. Dafür räumte diese fast unbegrenzte gestalterische Freiheiten ein. „Idealbedingungen“, so Carvalho, die sich – selbst Kosmopolitin – immer dann am wohlsten fühlt, wenn glamouröser Lifestyle in coolem Understatement Ausdruck finden soll.

Die Eckdaten: Das Apartment erstreckt sich über zwei Ebenen, der Zugang liegt im oberen Stockwerk. Ein Fahrstuhl führt direkt in die Eingangshalle, von der sich in einer Richtung der Wohn-/Essbereich mit angegliederter Küche erschließt und in anderer das Fernsehzimmer, das seinerseits mit dem Büro verbunden ist. Die Räume der unteren Etage dienen dem persönlichen Rückzug: ein „Master Bedroom“ für die Hausherrin, zwei Kinderzimmer und ein Gästezimmer.
Ganz Innenarchitektin, nahm Carvalho zunächst eine kleine, aber bedeutende bauliche Änderung vor. Die Wand zwischen Eingangsbereich und Wohnzimmer wich einem schmiedeeisernen Gitter, womit nicht nur ein dekoratives Element geschaffen wurde, sondern sich auch eine neue Sichtachse auftat. Vor allem erlaubt es dem von der Fensterfront einfallenden Licht, sich ungestört in die hinteren Teile der Wohnung auszubreiten – dunkle Winkel sucht man hier also vergeblich.