Mai 2019

Outdoor Living

Dass sich Innen- und Außenbereiche in ihrem Mobiliar immer ähnlicher werden, diesen Trend haben die Branchenevents der letzten Monate nicht nur bestätigt, sondern mit frischen Ideen auch weiter vorangetrieben.

Ob Maison & Objet, die Frankfurter Messe Ambiente oder zuletzt der Salone in Mailand, die Hersteller setzen auf Produkte, die kreativ mit herkömmlichen Zuordnungen brechen und typische Indoor-Möbel ganz einfach fürs Freie adaptieren – vom Sofa bis zur Hängeleuchte. Das Schlagwort lautet Outdoor Living, kein ganz neuer Begriff, aber dennoch einer, unter dem sich immer komplexere Freiluftwelten subsumieren. In ihrem Designanspruch knüpfen sie mittlerweile nahtlos an die Standards für den Innenbereich an. Besonders wohl fühlen sich die Produkte in Übergangszonen, wo sie zwischen drinnen und draußen vermitteln: auf offenen Atrien, Patios, Loggias oder überdachten Terrassen.

Modulare Systeme

Vom Aufbau her sind derzeit vor allem multifunktionale Lösungen gefragt. Mit ihnen lassen sich Sitzlandschaften flexibel an unterschiedliche Bedürfnisse und Raumsituationen anpassen. Fast alle großen Hersteller haben solch modular aufgebaute Kollektionen im Programm. Bei B&B Italia ist das zum Beispiel die Serie Ribes nach Entwürfen des Architekten Antonio Citterio. Sie umfasst Sofas in verschiedenen Größen sowie Mittel- und Endelemente, Chaiselongues und Hocker, die der Nutzer auf zahllose Weise miteinander kombinieren kann. Ausgangspunkt ist ein einfaches Aluminiumgestell, an dem zwei Typen von Arm- und Rückenlehnen angebracht werden können: ein Geflecht aus Polypropylenfaser oder eine dicke Rolle. Durch das Hinzufügen oder Verändern der Elemente wandelt sich auch ihr Bestimmungszweck – die Eckbank wird zum Sofa, das Sofa zum Bett. Ansprechend sind auch die Muster, die traditionelle südamerikanische Motive interpretieren.

Ebenfalls von einem Architekten – dem Brasilianer Marcio Kogan – stammt die Kollektion Quadrado für Minotti, ein weiteres Beispiel für ein wandlungsfähiges System. Per Steckverbindungen lassen sich die Sitzelemente hier in frei wählbarer Abfolge mit gitterartigen Teakpaneelen kombinieren, auf die wiederum passende Ablagetischchen oder Kerzenhalter aufgesteckt werden können. Die hölzernen Untergestelle sind mit Polsterkissen belegt, gestützt von Rückenlehnen aus einem unregelmäßig gefärbten Fasergeflecht. Für das Konzept der Serie ließ sich Kogan von der japanischen Architekturströmung des Metabolismus inspirieren, die in den 1950er- und 1960er-Jahren mit erweiterbaren Großstrukturen und dynamisch austauschbaren Baumodulen experimentierte. Ein ähnlicher Gedanke steckt hinter der Serie Sutra von EGO Paris. Hier sind es fünf verschiedene Sitzeinheiten, die variabel miteinander verzahnt werden können, ergänzt um einen stufenlos ausziehbaren Beistelltisch.

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