Foto: Geba

August 2021

Von Nepal bis Graz: DER LANGE WEG EINES GEBA TEPPICHS

Ein Spaziergang durch den Wald und den Blick auf die Bäume gerichtet, schon hat Harald Geba eine neue Inspiration für ein Teppichdesign. Die Elemente aus der Natur werden interpretiert und abstrahiert. Das Design steht, doch wie kommt es nun auf einen Teppich von Geba?

Der Aufbau der vom Erdbeben 2015 zerstörten Schule in Solo Kumpur wurde von Herrn Geba mitbegründet. Er unterstützt sie und besucht sie regelmäßig vor Ort. In Nepal in mitten der Berge startet die Reise der Entstehung der Geba Teppiche. Dort weiden im Sommer in über 4000 Meter Höhe die Schafe, deren Wolle für die Teppicherstellung genutzt wird. Die Schäfer, deren Lebensgrundlage die Wolle der Schafe ist, leben als Nomaden in einfachen Zelten. Die Arbeit hier ist anstrengend. Die Tiere mit dem Lasso einzufangen ist selbst für erfahrene Schäfer nicht leicht. Mit sicherer Hand und scharfem Messer werden die Schafe schließlich geschoren und dabei gilt: das Tier bleibt unverletzt! Die geschorene Wolle wird direkt im Gebirgsbach, der im Ganges mündet, gewaschen und so von Staub und Erde befreit. Das 5 Grad kalte Wasser sorgt für die Beibehaltung des natürlichen Wollfetts, das sogenannte Lanolin. Dies erhöht später die Selbstreinigungskraft der Teppiche. Die Witterungsbedingungen, denen die Schafe ausgesetzt sind, sorgen für die Struktur der Wolle, die für die Teppich gebraucht werden. Denn die Sommer sind kurz und die Winter lang, weshalb die Tiere einen hohen Fettanteil aufweisen. Die naturbelassene Wolle ist auch nicht reinweiß, sondern hat Grauschattierungen, braune oder schwarze Farbtöne.

Fotos: Geba

 

Die Weiterverarbeitung erfolgt in Kathmandu. Dort findet zuerst das Kardieren, das Ausbürsten der Wolle, statt. Die Fasern werden in eine Richtung gebracht, um diese zu verspinnen. Die Verarbeitung der Wolle erfordert anstrengende Hand- sowie Fußarbeit und ermöglicht eine individuelle Struktur der Fäden. Nach dem Spinnen wird das Produkt in die Färbereien gebracht. Die Färbung ist heikel, da genau die Farbpalette von Geba eingehalten werden muss.

Synthetische sowie Naturfarben werden für diesen Prozess genutzt. Nüsse, Kappwurzel oder Indigo werden beispielsweise für Naturfarben verwendet. Das beliebte Indigoblau entspringt einem spannenden Färbevorgang. Die Pflanzenfarbe erwirkt im Bottich zuerst eine gelbe Färbung, sobald die Wolle dann in Kontakt mit Luftsauerstoff kommt, verändert sich die Farbe in den gewünschten Blauton. Nach der Lufttrocknung und einer letzten Kontrolle wird die gefärbte Wolle an die Knüpfereien geschickt.

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