Foto: BWM Architekten/ Severin Wurnig

Mai 2021

Ein Raum wie eine Bühne

BWM Architekten haben mit der Neugestaltung des Besucherzentrums der Bundestheater Holding in der Wiener Staatsoper einen repräsentativen Raum geschaffen, der als Treffpunkt für die Musikwelt Wiens dienen soll und gleichermaßen die Grenzen zwischen Hochkultur und städtischem Leben aufhebt.

Als Gewinner des Wettbewerbs haben BWM Architekten für das Besucherzentrum der Wiener Staatsoper ein offenes Konzept für eine zukunftsfähige, vielseitige Bespielung entwickelt. Organisiert wird das Geschehen dank eines durch die zentrale Achse laufenden, gut 20 Meter langen Tisches. Tagsüber konzentrieren sich hier Ticket-Vorverkauf, Service und Information, mit Fortschreiten des Tages verwandelt sich der Raum – einer Bühne gleich –, um abends zum Treffpunkt für die lokale Kultur und Musikszene zu werden. In jedem Fall ein Ort, der schwellenlos zum angeregten Verweilen einlädt.

DER GESCHICHTE WÜRDIG.

In einem kulturell dermaßen bedeutenden Haus zu arbeiten sei freilich nicht nur die pure Freude, sondern auch eine große Ehre, sagt BWM-Architekt Johann Moser. „Und weil auch ein Opernbesuch nichts Alltägliches ist, haben wir uns um eine Gestaltung bemüht, die der Besonderheit des Anlasses gerecht wird“, so Moser weiter. Rechnung getragen wurde dabei nicht nur der ursprünglichen Architektur des Hauses aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, sondern auch den Veränderungen im Geiste der 1950er Jahre, für die Architekt Erich Boltenstern während des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg verantwortlich zeichnete.

Fotos: BWM Architekten/ Severin Wurnig

 

WANDELBAR WIE EINE BÜHNE.

Konzipiert wurde das neue Besucherzentrum als repräsentativer Raum, der sich – gleich einer Bühne – mit dem Fortschreiten des Tages verwandelt. „Der Raum wird nunmehr, ohne weitere Abteilungen, als ein Ganzes wahrgenommen – man spürt die Höhe, die Weite“, führt BWM-Projektleiterin Ingrid Schmid aus. Zentrales Element darin bildet ein durch die zentrale Achse laufender Tisch mit knapp 20 Metern Länge, der untertags dem Kartenverkauf, der Information sowie als Shop dient und abends sich in eine Bar beziehungsweise in einen community table verwandelt. „Auch weil der Kartenverkauf zunehmend im Internet stattfindet, wollten wir die Funktionalität des Tresens weitgehend flexibel und auch für zukünftige Anforderungen möglichst vielseitig einsetzbar gestalten“, erklärt Johann Moser.

VON DAMALS INS HEUTE.

Der aus insgesamt drei Teilen bestehende Tisch besticht mit einer Platte aus dunkelgrünem Marmor sowie einem Rock aus Messing im oberen Teil bzw. gebeiztem Eichenholz im unteren Teil. Augenfällig hier ist die gerillte Oberfläche, eine Übersetzung bzw. Neuinterpretation der Kanneluren, der senkrechten Rillen am Säulenschaft, des Bestandes auf das Möbel. Vom Eingang linkerhand befinden sich an den Wänden so genannte Spion-Spiegel mit dahinter gesetzten Screens – bei eingeschaltetem Bildschirm eine Informationstafel, bei ausgeschaltetem Bildschirm ein visuelles Element in der Optik der ursprünglichen Spiegel.

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