• Philip Johnsons Heim in New Canaan, Conneticut. © theglasshouse.org/Michael Biondo

     

  • Das mit Mies van der Rohe designte Seagram Building. © Getty Images/Lady-Photo

     

  • Das Amon Carter Museum in Fort Worth, Texas. © Getty Images/Aneese

     

  • David H. Koch Theatre in new York. © Getty Images/Bumblee_Dee

     

  • Die neogotischen Türme des PPG Towers. © Getty Images/franckreporter

     

November 2018

Ikonen der Architektur: Philip Johnson

Philip Johnson ist zweifelsohne eine der bedeutendsten Ikonen der modernen Architektur. Von seinen frühneuzeitlichen Bauten bis zu seinen späteren postmodernen Gebäuden definierte Johnson im Laufe seiner jahrzehntelangen Karriere mehrere architektonische Bewegungen, prägte zahlreiche Städte-Skylines und übte nachhaltigen Einfluss auf eine Generation von Architekten aus.

© Wikipedia/David Shankbone

© Getty Images

Noch bevor er überhaupt mit dem Entwerfen von Gebäuden begann, beeinflusste Philip Johnson (1906–2005) die Architektur bereits auf anderer Ebene: Denn mit nur 26 Jahren wurde der gebürtige Clevelander und Harvard-Absolvent der erste Direktor der Architekturabteilung des Museum of Modern Art (MoMA)! Während seiner Schaffenszeit machte es sich Johnson zur persönlichen Aufgabe die Arbeit moderner Architekten, darunter Mies van der Rohe und Walter Gropius, zu fördern und kuratierte zusammen mit Henry-Russell Hitchcock 1932 die berühmt-berüchtigte Ausstellung „Modern Architecture: International Exhibition“, die Amerika mit der modernen europäischen Architekturavantgarde konfrontierte.

1940 kehrte Johnson dann nach Harvard zurück, um beim deutsch-amerikanischen Architekten Marcel Breuer sein Studium zu beginnen. In den späten 1940er und 50er Jahren entwarf er mehrere seiner ikonischsten Bauwerke. 1979 war es dann endlich soweit: Johnson wurde der erste Preisträger des renommierten Pritzker-Preises!

Eines seiner ersten Projekte, das während seiner gesamten Karriere fortgeführt werden sollte, war sein eigenes Heim in New Canaan, Connecticut, das auf den klingenden Namen "The Glass House" hörte: Das 49 Hektar große Grundstück umfasst insgesamt 14 Gebäude, die zwischen 1949 und 1955 erbaut wurden. Das Haus selbst wurde so konzipiert, dass es zur umliegenden Landschaft offen ist und einen Teich überblickt. Heutzutage unter Denkmalschutz stehend, empfängt es interessierte Besucher von Mai bis November für Führungen. Für seine nächste Arbeit, das 1958 fertiggestellte Seagram Building in Manhattan, kollaborierte Johnson mit dem Architekten Mies van der Rohe: Ästhetisch anspruchsvoll, ist der Park Avenue Tower mit Bronze und Glas ummantelt und erstreckt sich auf 38 Stockwerke. Johnson entwarf hier auch viele der Innenräume, darunter etwa das legendäre Four Seasons Restaurant.

1961 folgte dann die Fertigstellung von Johnsons Entwurf für das Amon Carter Museum in Fort Worth, Texas: Das moderne Gebäude wurde aus Texas Shellstone, Glas und Bronze errichtet und verfügte über eine zweistöckige Eingangshalle und fünf Galerieräume. Johnson beaufsichtigte auch zwei Erweiterungen, wobei die jüngste im Jahr 2001 eröffnet wurde. Ursprünglich im Rahmen der Weltausstellung 1964/65 gebaut, ist Johnsons New York State Theatre, heute bekannt als David H. Koch Theatre, im Manhattener Lincoln Center bereits seit über 50 Jahren die Heimat des New York City Ballet.

1984 sorgte Johnson gleich mit zwei Gebäuden für Aufsehen in der Architektur-Szene: Einerseits wäre da das an der Madison Avenue 550 in Manhattan gelegene AT & T Building, das heute als Sony Tower bekannt ist und ein ikonisches Symbol für postmodernes Design darstellt: Das Gebäude wurde mit seinem damaligen Partner John Burgee entworfen und zeichnet sich vor allem durch seine rosafarbene Granitfassade und den von Thomas Chippendale inspirierten Giebel aus. Andererseits stellten Johnson und Burgee in diesem Jahr auch den Pittsburghs PPG Place fertig: Der Gebäudekomplex aus Glas und Stahl im unverwechselbaren neogotischen Stil verfügt über 231 Türme.

1986 stellten Johnson und Burgee dann das in Midtown Manhattan gelegene Lipstick Building fertig: Sein ikonischer Name ist der ebenso ikonischen Form und die Schattierung der Außenfassade aus rotem Granit und Stahl geschuldet. Der 34-stöckige elliptische Turm bietet einen auffälligen Kontrast zu dem scharfkantigen Hochhaus-Türmen in der Nachbarschaft.

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