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März 2019

Ikonen der Architektur: Arata Isozaki

Ob es angemessen ist oder nicht, sei dahingestellt, aber die großen Architekten von heute werden oft mit Selbstdarstellung und Ego verbunden. Für viele ist es nicht nur ein Muss, einen Wettbewerb zu gewinnen, es ist eine Notwendigkeit, mit den größten Preisen der Welt ausgezeichnet zu werden! Und es gibt keine größere Auszeichnung als den jährlichen Pritzker-Architekturpreis, die höchste Ehre des Feldes. Der diesjährige Gewinner, der in Japan geborene Architekt Arata Isozaki, ist vielleicht kein allzu bekannter Name, doch seine innovative Arbeit besteht den Test der Zeit. Die Entwürfe des diesjährigen Preisträgers sind auf der ganzen Welt zu sehen, vom hochrangigen Museum of Contemporary Art (MOCA) in Los Angeles bis zum weniger bekannten Nishiwakishi Okanoyama Museum in Zentraljapan. Was diese beiden genialen architektonischen Arbeiten über die Weite des Pazifischen Ozeans hinweg verbindet, ist die Verwendung von Isozakis soliden geometrischen Formen - so schafft er Gebäude, die die Aufmerksamkeit fast schon automatisch auf sich ziehen!

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Die Bekanntgabe von Isozaki als Preisträger des Jahres 2019 bedeutet, dass sein Name nun im selben Atemzug mit dem großen Kanon der Pritzker-Preisträger wie Rem Koolhaas, Zaha Hadid, Philip Johnson, Oscar Niemeyer und Norman Foster genannt wird. Der Gewinn bedeutet zudem natürlich leider auch, dass es noch - mindestens ein weiteres Jahr - dauern wird, bis andere große Architekten wie David Adjaye, Daniel Libeskind, César Pelli, David Chipperfield und Diller Scofidio + Renfro Anspruch auf die Auszeichnung haben.

Damit ein Architekt den Pritzker-Preis gewinnen kann, muss er erstmal bestimmte Prinzipien meistern: Firmitas (Festigkeit), Utilitas (Nützlichkeit) und Venustas (Schönheit) - drei Regeln, die vom antiken römischen Architekten Marcus Vitruvius Pollio geschätzt wurden. Nach Ansicht von Vitruv sollten Gebäude nicht nur schöne Objekte darstellen, sondern die Lebensqualität derer verbessern, die mit ihnen in Kontakt kommen. Seit der Gründung seiner Kanzlei in Tokio im Jahr 1963 im Alter von 32 Jahren verfügt Isozaki über einen Katalog von Gebäuden, die dem Glaubensbekenntnis von Vitruv Tribut zollen. Dabei lässt sich Isozaki, der unter anderem Museen, Türme, Brücken, Bibliotheken, Möbel, Firmenbüros, Pavillons, Sportanlagen, Konzertsäle und Hochschulgebäude errichtet hat, nicht von der Größe der von ihm entworfenen Gebäude inspirieren, sondern im Gegensatz von deren Leere . "Extravaganz ist für mich völlige Stille. Das Nichts, das ist extravagant."

Mit seinen weißen Haaren und seiner bewussten Art zu sprechen, verströmt der Architekt eine Aura der Gelassenheit. Jedoch kann das Aussehen täuschen, denn immerhin wurde Isozaki in seinem Land als "Japans Guerilla-Architekt" betitelt, ob seiner Fähigkeit visuellen Wortspiele zu seine Entwürfen hinzuzufügen. Isozakis Arbeit zeichnet sich durch Ironie aus, die an die Grenze des Altruismus schrammt. Am besten zeigt sich dies in seinem Entwurf für den Fujimi Country Club in Oita, Japan. Der Architekt formte das Dach zu einem riesigen Fragezeichen, das die Frage aufwirft: Warum sind die Japaner so gierig darauf, den begrenzten Raum ihres Landes für den Bau von Golfplätzen zu nutzen?

Die Nachwirkungen des Zweiten Weltkriegs - als sein Land von den Vereinigten Staaten besetzt wurde - ereigneten sich während Isozakis prägenden Jahren in Japan - eine Phase, die den Stil des Architekten entscheidend mitbestimmte: "Ich gehöre zu der Generation, die unter der Besetzung der Vereinigten Staaten aufgewachsen ist", sagte Isozaki. "Ich bin in einer traditionellen japanischen Atmosphäre aufgewachsen, bis der Amerikanismus plötzlich kam. Deshalb ist [meine Arbeit] ziemlich dualistisch." Obwohl sich Isozaki  bewusst gegen die Besetzung Japans durch die Vereinigten Staaten ausgesprochen hat, ließ dies nicht die Kritik der konservativeren Fraktionen in Japan verstummen, die ihn als einen Mann sehen, der westliche Architekturformen adpotiert während er dabei seine eigenen Wurzeln vernachlässigt. Man könnte jedoch auch argumentieren, dass der Architekt die sinnbildliche Verkörperung von Japans Dilemmas ist: wie man gleichzeitig japanisch und westlich ist!

www.pritzkerprize.com

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