• In Wien gibt es zurzeit eine ganze Reihe von großen Immobilienprojekten in verschiedensten Entwicklungsstadien. Hier die neue Austro Control Zentrale in der Schnirchgasse 11 von AZPML-SHARE architects und SHARE architects.

     

  • Im Büromarktbericht von EHL wird unter anderem die Wichtigkeit von mehr Qualität statt Quantität auf dem Wiener Büromarkt betont. 

     

  • Ein weiteres interessantes Projekt wird vermutlich auf dem Franz-Josefs-Bahnhof entstehen. Der Gebäudekomplex wurde unlängst von 6B47 erworben. ÖRAG begleitete die Transaktion. 

     

  • Ein Topobjekt derzeit bei Otto Immobilien – TECH GATE im 22. Bezirk mit perfekter Office-Infrastruktur. 

     

August 2015

Zukunftsperspektiven in der Immobilienbranche

Die Immobilienbranche ist einer der wichtigsten Wachstumsmotoren in Österreichs Wirtschaft. Unternehmen, die in diesem Feld tätig sind, sehen sich einem stetigen Wandel gegenüber, der auch noch möglichst langfristig und sowohl umfassend als auch im Detail vorausgesehen werden soll. Dabei hilft die zunehmende Internationalisierung und somit auch Professionalisierung innerhalb der Branche. Wir haben einige Immobilienprofis zu aktuellen Themen wie Nachhaltigkeit, Entwicklungspotenzialen und Emotionalisierung befragt. Speziell in der Nachhaltigkeit sieht etwa Martina Cerny M.A (Abteilung Gewerbe/Investment) von Otto Immobilien einen zentralen Themenbereich für die Beurteilung einer Immobilie. „Nachhaltigkeit beginnt bei ökonomischer Planung und Gestaltung, hört dort jedoch noch nicht auf. Im Zentrum soll für den Eigentümer der nachhaltige Werterhalt und –ausbau stehen. Dieser kann durch eine langfristig orientierte Mieterstruktur ebenso erreicht werden wie durch eine Flexibilität in der Umnutzung, der Förderung der Nutzung von Verkehrsmitteln abseits vom eigenen PKW durch Schaffung von Fahrradstellplätzen und Umkleiden, nur um einige Beispiele zu nennen.“

ÖRAG-Vorstand Mag. Johannes Endl betont bei diesem Thema die Langfristigkeit der Nutzungsdauer und sieht die Herausforderung für die Immobilienbranche in einer sich ständig verändernden Welt. „Die Art, wie wir leben, wie oft wir umziehen, wo wir arbeiten, bedingt, wie wir zukünftig wohnen werden. In einer globalisierten, schnellen Welt ändern sich auch die Anforderungen an unsere Immobilien andauernd. Aus unserer Sicht ist daher die Frage der Anpassbarkeit, der Wandelbarkeit und Flexibilität einer Immobilie in Hinblick auf zukünftig andere Nutzungsgewohnheiten zentrales Thema jeder Nachhaltigkeitsüberlegung.“  

Der Wert der Zertifizierung

Zertifizierungen wie ÖGNI, DGNB oder LEED werten ein Gebäude auf und für viele Investoren wurden diese Siegel mittlerweile zu einem Muss. EHL-Chef Mag. Michael Ehlmaier FRICS: „Vor vielen Jahren noch als Marketingtrend gering geschätzt, ist die Zertifizierung vor allem von Gewerbeimmobilien sowohl für den Mieter als auch für einen Endinvestor ein wichtiges Entscheidungskriterium.“ Und diese Wichtigkeit wird in Zukunft noch steigen, meint Johannes Endl (ÖRAG). „Für einen Investor sind Zertifizierungen aus mehreren Gründen sehr relevant: Erstens, weil die Erreichung der zur Zertifizierung nötigen Kriterien ein glaubwürdiges Qualitätsplus für einen Nutzer darstellt, zweitens, weil der Nutzer durch einen zertifizierten Standort verantwortungsbewusstes, nachhaltiges Handeln kommuniziert und drittens – ganz banal – weil durch die erforderlichen Maßnahmen ganz deutlich reduzierte Betriebskosten zu erwarten sind. Alle drei Argumente sind nämlich zentrale Voraussetzungen für langfristige Vermietbarkeit zu attraktiven Konditionen – treffen also das Kerninteresse jedes längerfristig agierenden Investors.“ Bei Wohnimmobilien hingegen spielten Zertifizierungen bisher noch kaum eine Rolle. „Viele Investoren nehmen dies zwar wohlwollend zur Kenntnis und freuen sich über Zertifizierungen, bis dato sind diese aber nicht ankaufsentscheidend gewesen“, sagt etwa Mag. Richard Buxbaum, Leiter der Abteilung Wohnimmobilien bei Otto.

Multimedia und Immobilienmarketing

Immobilienverkauf ist auch immer eine Frage des Marketings. Moderne zeitgemäße Präsentations- und Abwicklungsformen werden dabei immer wichtiger – vor allem bei Wohnungen sind multimediale Marketingtools das um und auf. Buxbaum: „Bei der Vermarktung von Wohnimmobilien ist dies heutzutage unerlässlich und klar an erster Stelle zu sehen. Die multimediale Technik ermöglicht es uns, Kunden in einer für sie sehr komfortablen Art und Weise Objekte bereits in einer sehr frühen Phase vorzustellen.“ Den Vorteil der Präsentation vor allem von noch nicht existierenden Objekten sieht auch ÖRAG-Vorstand Johannes Endl, allerdings hält er etwa virtuelle Begehungen oder 3D Modelle als Standardinstrumente nicht für sinnvoll. „Unser Alltag wird mehr und mehr von elektronischen Medien geprägt. Wir sind uns sicher, dass gerade deshalb die Wichtigkeit des unmittelbaren, persönlichen Kontakts immer unersetzbarer wird.“ Dennoch hat ÖRAG auch eine eigene Immobilien-App eingerichtet, ein Tool auf das auch EHL setzt. Das Kundenverhalten habe sich in den letzten Jahren deutlich verändert, meint Michael Ehlmaier. „Wir haben uns entschlossen, auf einen Auftritt in den diversen sozialen Netzwerken zu verzichten, und haben diese Ressourcen in unseren Web-Auftritt, unser Kunden-Servicecenter und die Online-Immobiliensuche gesteckt. Nichtsdestotrotz ist aber die Weiterempfehlung von zufriedenen Kunden die schönste Form von Marketing und Akquisition.“

Immobilienkauf und Emotionen

Der Kauf einer Immobilie zählt für die meisten Menschen zu den größten Investitionen, die sie in ihrem Leben tätigen. Emotionen spielen bei dieser wichtigen Entscheidung naturgemäß eine Hauptrolle. Die Aufgabe des Maklers ist es, zunächst leidenschaftliche Gefühle für ein Objekt überhaupt erst möglich zu machen und danach durch fundiertes Wissen dem Kunden Sicherheit zu vermitteln. Martina Cerny (Abteilung Gewerbe/Investment Otto Immobilien): „Jede Immobilie hat ihre Geschichte, die immer eine Emotion beim Kunden hervorruft. Sei es die gegliederte Fassade, der berühmte Architekt, die moderne Haustechnik, der langjährige Mieter. Unsere Erfahrung zeigt, dass beim Immobilienkauf immer Emotionen mit der Immobilie verbunden sind, dies gilt für ein innerstädtisches Zinshaus ebenso wie für eine Logistikimmobilie.“ Der Makler muss die zentralen Elemente der Immobilie also nicht nur kennen, sie müssen auch entsprechend verständlich gemacht und präsentiert werden.

Potenziale und Entwicklungschancen

Die meisten Immobilienprofis prognostizieren für die nächste Zeit positive Entwicklungen, und zwar in allen Immobiliensegmenten, allerdings mit unterschiedlich starken Tendenzen. Michael Ehlmaier (EHL): „Der Boom im Wohnungsbereich der letzten Jahre wird sich zwar verlangsamen, mit einer entsprechenden positiven Entwicklung ist aber nach wie vor zu rechnen. Auch der die letzten Jahre schwierige Büromarkt wird wieder anlaufen. Der Investmentbereich boomt nach wie vor – mit einer positiven Aussicht für die Zukunft. Allein aufgrund der Bevölkerungsentwicklung ist aber mittelfristig der Wohnungsbereich bzw. das Investment in den Wohnungssektor äußerst spannend und mit interessanten Chancen.“ Johannes Endl (ÖRAG) sieht die größten Potenziale „in der Entwicklung attraktiver, cleverer Wohnformen, die den sich laufend wandelnden gesellschaftlichen Realitäten Rechnung tragen. Vielleicht könnten urbane Erdgeschosszonen zu begehrten Wohnlagen für Kreative werden? Jedenfalls müssen durch stabile, möglichst einfache gesetzliche Rahmenbedingungen Investitionen in Wohnraumschaffung attraktiver werden.“ Und Endl macht das derzeit sehr uneinheitliche Mietrecht als diesbezüglichen Hinderungsgrund aus.

Visionen der Immo-Branche

Wünsche, Idealvorstellungen und Visionen gehen in der Immobilienbranche vor allem in Richtung verbessertes Image des Berufsstandes und weiter steigende Professionalisierung. EHL-Chef Michael Ehlmaier: „Die letzten zehn Jahre war eine zunehmende Internationalisierung und damit einhergehend eine hohe Professionalisierung der Branche und ihrer Mitarbeiter zu bemerken - die Herausforderungen haben zugenommen, die Abläufe wurden schneller, die Reaktionszeiten kürzer. Ein Ende dieser spannenden Entwicklung sehen wir noch nicht. Mit zunehmender Qualität der Ausbildung verbunden mit höherem Ethikbewusstsein sollte sich auch das Image der Branche künftig weiterhin positiv entwickeln.“ Auch Martina Cerny (Abteilung Gewerbe/Investment Otto Immobilien) wünscht sich in den nächsten Jahren eine noch stärkere Professionalisierung der Immobiliendienstleistungen: „Damit einhergehend sehen wir die Chance einer Verbesserung der Wahrnehmung des Berufsbildes bei gleichzeitiger Ausrichtung der angebotenen Dienstleistungen nach den Bedürfnissen der Kunden. Der Kommunikation und der Abstimmung zwischen Eigentümern, Mietern und Investoreninteressen wird zukünftig eine noch wichtigere Rolle zukommen.“ ÖRAG-Vorstand Johannes Endl sieht die Rolle der Immobilienbranche als Begleiter der Menschen in den zentralen Fragen des Lebens: Wohnen, Arbeit und Absicherung. Und er nimmt ein Kommunikationsproblem aufseiten der Branche in Sachen Imagequalität wahr: „Derzeit wird aus populistischen Motiven auf politischer Ebene vielfach ein unrichtiges Bild der Immobilienwirtschaft gezeichnet. Es muss uns gelingen, die hochwertigen Dienstleistungen und die Wichtigkeit unserer Aufgaben in einem komplexen rechtlichen Umfeld sichtbarer zu machen. Meine Vision ist es, dass durch hohe Beratungsqualität und Kundenzufriedenheit ein durchgängig positives, hochwertiges Image der Immobilienberufe entsteht.“

http://www.ehl.at http://www.oerag.at http://www.otto.at

 

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