• Der Farbtrend 2015 unterstützt vor allem sanfte, pastellfarbige Nuancen

     

  • Heleen van Gent, Leiterin des AkzoNobel Global Aesthetic Centers präsentiert Kupfer-Orange

     

  • Die neue warme Farbenfamilie verträgt schon mal auch einen kräftigen Akzent 

    Foto: J Chielens.

     

  • Feminine Nuancen wie Pflaume, blasses Pink und Creme wird hier mit eher maskulinem Khaki, Schiefergrau und Blaugrün kombiniert

     

     

  • Die zentrale Trendfarbe ist zwar Kupfer-Orange, aber auch Erdtöne in Sepia, Ocker oder Sienna liegen im Trend.

     

Mai 2015

Heleen van Gent erklärt die Farbtrends 2015

Der Farbtrend des Jahres heißt Kupfer-Orange. Er löst die kühlen Blau- und Grüntöne der letzten Jahre ab. Insgesamt tritt ein wärmeres Spektrum von pinken, roten und orangen Farben in den Vordergrund. Einer der großen Player, der für die Festlegung der jährlichen Trendfarben verantwortlich ist, heißt AkzoNobel, der weltweit größte Hersteller von Farben und Beschichtungen. In der 12. Ausgabe seines Trendbuchs ColourFutures werden die Ergebnisse vorangegangener Forschungen in die Farbtrends für das Jahr 2015 umgemünzt. Die Forschungsarbeit passiert im AkzoNobel Global Aesthetic Center, wo die hauseigenen Farbexperten mithilfe unabhängiger Fachleute aus den Bereichen Design und Architektur schließlich die Farbpaletten und Farbkombinationen festlegen, die im ColourFutures-Buch präsentiert werden. Wie diese Arbeit genau vor sich geht und wie es zu einer ganz bestimmten Trendfarbe kommt, haben wir die Leiterin des Global Aesthetic Centers Heleen van Gent im folgenden Gespräch gefragt.

Was ist für eine Farbe wichtig, damit sie eine Trendfarbe wird?

Heleen van Gent: Nun ja, die Farbe des Jahres 2015 ist Kupfer-Orange. Und wir können beobachten, dass weltweit gesehen diese Farbe, im Design, in der Architektur, bei der Innenraumgestaltung, beim Make-Up oder aber auch z.B. in der Mode, oft vertreten ist. Wir beobachteten diesen Trend und stellten fest, dass Kupfer und andere Metall-Töne sehr im Trend liegen. Und das passt sehr gut zu unserm Grundthema: „Everyday + Im Normalen das Wunderbare entdecken“. Kupfer-Orange ist eine sehr schöne Farbe, eine allbekannte Farbe. Wir kennen sie als Hautton, vom Sonnenaufgang, als Erdton usw. Und daher passt sie auch gut zu „Everyday +“. Zuerst sprechen wir also über Trends und dann wandeln wir diese in Farbe um.

Aber man muss immer bedenken, dass sich alles ums Kombinieren dreht. Das Kombinieren mit natürlichen Materialien oder anderen Materialien des Hauses oder der Inneneinrichtung. Aber auch die Umgebung, in welcher sich das Eigenheim befindet, spielt eine Rolle.- Sie bestimmt unsere Einflüsse. Es dreht sich alles um Ästhetik – darum auch Aesthetic Center.

Um KonsumentInnen zu unterstützen haben wir verschiedene Farbpaletten. Und wenn man sich unsere Farb-Tools ansieht, erkennt man, dass es sozusagen „helfende Hände“ sind. Wir bieten allen die Möglichkeit diese zu nutzen und somit für sich die passende Farbkombination zu finden.

Wenn man sich unsere neueste Ausgabe des „colour futures“- Buches ansieht, erkennt man, dass wir  fünf Trends aufzeigen. Es ist also für jeden etwas dabei. Jeder kann sich das aussuchen, dass er wiedererkennt bzw. erfasst. Ich will damit sagen, nicht jeder Trend passt zu jedem. Jedem gefällt etwas anderes – also jeder nimmt etwas anderes wahr. Und das was er wahrnimmt, hängt mit dem persönlichen Lebensstil zusammen. Mit den Umwelteinflüssen. Und nicht jeder hat den selben Lebensstil. Daher gefallen auch nicht allen alle Trends. Aber es sollte zumindest ein Trend für jeden dabei sein, den er sich für seine Wandgestaltung aussuchen würde.

Gibt es europaweite Unterschiede?

Heleen van Gent: Eigentlich nicht, wir sprechen hier von globalen Farbtrends. Die Trends die wir über „colour futures“ kommunizieren, werden immer global präferiert. Daher arbeiten wir auch mit einem globalen Trendteam zusammen. Die Trends die wir austauschen, stammen von überall auf der Welt und werden dort wahrgenommen. Natürlich gibt es lokale und regionale Unterschiede zwischen Ländern. AkzoNobel ist in 80 Ländern vertreten und merkt diese regionalen und historischen Unterschiede auch. Aber wir beziehen auch das mit ein. Zum Beispiel ist der Lebenseinfluss in nördlichen europäischen Ländern anders, als die Prägung in den südlichen Ländern – Grund hierfür ist die Wirkung der Sonne. Unser Unternehmen beachtet aber alle Einflüsse – ob es jetzt Umweltbewusstsein oder die Beeinflussung der digitalen Welt ist.

Gibt es Länder wo gewisse Farben tabu sind?

Heleen van Gent: Nicht wirklich. Farben wie schwarz, rot oder weiß haben zwar teilweise verschiedene regionale Bedeutungen – das variiert. Aber aus der Trendperspektive gibt es keine Tabufarbe. Eventuell sind mache Farben aus einem geschichtlichen oder kulturellen Hintergrund heraus mehr oder weniger akzeptiert in manchen Gebieten.

Heleen van Gent, Leiterin des AkzoNobel Global Aesthetic Centers präsentiert Kupfer-Orange

Der Farbtrend 2015 unterstützt vor allem sanfte, pastellfarbige Nuancen

Wer legt die Farbtrends fest?

Heleen van Gent: Eigentlich sind wir im Aesthetic Center dafür verantwortlich, Trends in Farben zu verwandeln. Was wir genau machen – wir haben eine Gruppe von Designern und MitarbeiterInnen und wir besuchen Designmessen, wir lesen Magazine, gehen zu Ausstellungen etc. etc., wir betreiben sozusagen Forschung und sammeln alle möglichen Informationen, damit wir wissen, was auf der Welt und vor allem in der Welt der Architektur und des Designs passiert. Daher wissen wir auch, welche Farben mehr im Trend liegen und welche derzeit in der Kunst, im Design usw. gefragt sind. Aus all diesen Quellen beziehen wir unsere Informationen. Zudem haben wir ein jährliches Trend-Meeting mit einer Gruppe von Nicht-AkzoNobel Designern, Architekten und Innenarchitekten – also mit vielen verschiedenen Leuten, die sich alle mit Trends beschäftigen. Zum Beispiel haben wir einen professionellen Designer aus Shanghai, der uns unterstützt.  – d.h. ein sehr globales Team aus allen Bereichen die mit Design zu tun haben.

Wir wollen von ihnen wissen, was sie über zukünftige Trends denken und was sie denken, welche Farbe derzeit und zukünftig von KundInnen präferiert wird. Das passiert alles ca. 18 Monate bevor wir die neuen Trends veröffentlichen.

Wie genau funktioniert der Informationsaustausch mit dem Team?

Heleen van Gent: Wir treffen das Team persönlich. Wir laden sie alle zu uns ein. Wir treffen uns dann zu einem Meeting mit einer kleineren Gruppe (ca. 10-15 Personen), damit das Brainstorming auch funktioniert und kommunizieren und beratschlagen uns. Zuerst haben wir Treffen mit externen Designern und dann haben wir ein Meeting mit einer größeren Gruppe von AkzoNobel Farbdesignern. Beide Gruppen sind sehr global und stammen von überall auf der Welt.

Wie kam es eigentlich dazu, dass Sie Head of the Global Aesthetic Center wurden?

Heleen van Gent: Ich arbeitete 20 Jahre lang im Magazin-Business und bevor ich zu AkzoNobel kam, kannte ich das Unternehmen, weil mein letzter Arbeitgeber, das größte Interieur-Design-Magazin der Niederlande, eine Kooperation mit dem Unternehmen pflegte. Sie boten mir nach einiger Zeit einen Job an und fragten mich, ob ich Interesse hätte.

War das Ihr erster Berührungspunkt mit dem Thema Farben?

Heleen van Gent: Ich denke ja. Ich arbeitete mit AkzoNobel als Designerin zusammen und so lernte ich das Aesthetic Center kennen. Aber ich war schon immer sehr an Farben interessiert. Wie Farbe unser Haus schützen kann, aber auch vor allem wie Farbe unser Leben interessanter und schöner macht. Ich machte eine Ausbildung auf der Royal Academy of Art in Den Haag, da mein Vater Architekt ist, waren Farben und Design aber auch schon seit meiner Kindheit wichtig für mich.

Welche Farben waren die beliebtesten in den letzten Jahren?

Heleen van Gent: Ich denke die Farbe blau geht immer. Blau ist die meist geschätzte Farbe – weltweit. Zum Beispiel war Indigo Blau vor drei Jahren die Farbe des Jahres. Sie war eine sehr schöne Trendfarbe. Aber ich denke, dass es immer um die Farbkombination geht. Man kann eine tolle Farbe des Jahres haben, aber wenn sie falsch kombiniert wird, funktioniert sie nicht.

http://www.colourfutures.com

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