• Von l. nach r. Harald Jilg, Philipp Varga, Nicholas Perdula

     

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November 2014

Ein guter Plan ist noch kein Wunschhaus

Mit dem Namen ‚Wunschhaus’ stapelt ihr hoch und setzt euch selber unter Druck. Wie ist der Name entstanden?

Nicholas Perdula: Uns reizen Begriffe wie ‚Zeitgeist’ und ‚Wunderkind’, die so plakativ sind, dass sie sich sogar im Englischen etabliert haben.
Philipp Varga: Und ganz nebenbei, einer der beiden Unternehmensgründer heißt Herwig WUNSCH. Das hat super gepasst.

Können eure Wunschhäuser denn immer alle Kundenwünsche erfüllen? 

Harald Jilg: Wir betrachten Kundenwünsche ganzheitlich. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass unseren Kunden drei Dinge wichtig sind: Das Design, die Ausstattung und ein bautechnisch ausgereiftes Konzept, das nach dem Einzug keine Kopfschmerzen bereitet.
Philipp Varga: Wir heißen ja bewusst ‚Wunschhaus’ und nicht Wunschentwurf – unser Endprodukt ist nicht Papier, sondern immer ein fertiges Haus. Das heißt wir müssen zum einen alle Wünsche der Kunden, zum anderen aber auch deren praktische Umsetzung berücksichtigen. 

Was sind die ersten drei Fragen, die ihr euren Kunden stellt?

Philipp Varga: Für mich ist immer wichtig, die Grundbedürfnisse zu verstehen, wie z.B. welches Leben die Menschen führen wollen. Eine weitere interessante Frage lautet: Was passt an Ihrer Wohnsituation nicht, dass Sie den Entschluss gefasst haben ein Haus zu bauen?
Nicholas Perdula: Ich möchte die Personen und ihre Tagesabläufe kennenlernen und herausfinden, was ihnen wichtig ist. Ich versuche immer zuerst konzeptionell zu denken und jedes Projekt von Innen nach Außen zu entwickeln. Das Design ist das Resultat aus einem guten Konzept. 

Was genau macht ein Konzept zu einem guten Konzept? 

Harald Jilg: Es setzt alle Wünsche im Rahmen der Möglichkeiten optimal und professionell um. Das bedeutet der Architekt hat dem Kunden zugehört. 
Nicholas Perdula: Ein Architekt hat eine Verantwortung gegenüber den Menschen. Er sollte die soziale Kompetenz haben, sich in andere Menschen hineinzuversetzen. Nur dann entwickelt er auch gute Konzepte. Das technische und kreative Können ist sowieso Voraussetzung. 

Wie gut könnt ihr euch in eure Kunden hineinversetzen?

Philipp Varga: Ich glaube schon, dass es eine Stärke von mir ist, den Menschen zuzuhören, zwischen den Zeilen zu lesen und herauszufiltern, was ihnen wirklich wichtig ist. Ich bin kein Architekt, der sich unbedingt selbst verwirklichen muss. Ich muss keine Häuser in die Landschaft stellen, nur damit ich sagen kann: Diese Bauten sind von mir. Ein Einfamilienhaus-Konzept muss lebensnah sein.
Harald Jilg: Ja genau, das Problem ist nämlich: Bei stylisher Architektur wird das Haus oft nicht mehr bewohnbar. Wenn ich dreieckige Zimmer designe, dann sieht das vielleicht im 3D-Modell cool aus, aber schlussendlich wollen die Leute da vielleicht auch einen Ikea-Kasten reinstellen – ‚form follows function’ ist mir lieber als ‚function follows form’. 
Nicholas Perdula: Mein Professor an der Akademie hat immer gesagt: Die drei schwierigsten Aufgaben eines Architekten sind eine Kirche zu entwerfen, eine Bar zu planen und ein Einfamilienhaus zu bauen. Und das ist vollkommen richtig. Ein Einfamilienhaus ist viel komplexer als ein Einkaufscenter oder ein Bürogebäude, weil es eben um eine Familie und den Menschen an sich geht. 

Das heißt, das Aussehen ist eher nebensächlich?

Harald Jilg: Nein, auf keinen Fall. Ich mache am liebsten hochwertiges Design, architektonisch up to date – vom Raumkonzept bis zur Inneneinrichtung. 
Nicholas Perdula: Ich liebe den klassischen Bauhaus Stil und versuche meine Entwürfe an die klassische Moderne anzulehnen, damit das Haus eben auch noch in zwanzig Jahren gut aussieht.

Ihr beschäftigt euch also primär mit schönem Design. Ist es das, was euren Job so spannend macht?

Philipp Varga: Nicht nur. Das Schönste an der Arbeit ist, dass man auf einem leeren Blatt Papier beginnt und eineinhalb Jahre später das Ergebnis durchschreiten und angreifen kann. Und wenn die Kunden am Ende sagen: Es ist noch viel toller, als wir es uns vorgestellt haben, dann ist das die schönste Belohnung und zugleich Motivation für die nächsten Projekte. 
Harald Jilg: Ja genau, wenn es fertig ist, stehst du mit dem Kunden in seiner Küche und bist „nackt“. Egal ob ich einen Song schreibe oder ein Haus designe, am Ende des kreativen Prozesses bekomme ich direktes Feedback von meinem Publikum – für diese Momente mache ich den Job.

DI Philipp Varga (42) versteht Architektur als gelungenes Zusammenspiel von Ästhetik, Funktionalität und Wirtschaftlichkeit. Wie im Leistungssport ist der ehemalige Volleyball Nationalspieler nur zufrieden, wenn er 100% Leistung bringt. 

Harald Jilg (45) designt maßgeschneiderte Raumkonzepte bis hin zur Inneneinrichtung. Mittlerweile hat der Bassist der Rock Band CORE mit ‚Wunschhaus’ über 100 Projekte erfolgreich verwirklicht.

Arch. Mag. Nicholas Perdula (38) sieht den Mensch im Mittelpunkt seiner Entwürfe. Schon als Kind baute er mit Leidenschaft Baumhäuser, seit 2002 arbeitet der Absolvent der ‚Akademie der Bildenden Künste’ für ‚Wunschhaus’. 

www.wunschhaus.at

 

 

 

 

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