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August 2019

Zeitlos vs Zeitgeist

„Die Mode hat sich immer gewandelt“, erinnert sich Harald Geba. „Irgendwann begreift man, dass man da nicht mitmachen muss. Will man etwas Bleibendes schaffen, dann muss es über der Mode stehen. Es muss zeitlos sein.“ Das ist die erklärte Mission der Teppichmanufaktur Geba, die sie seit Jahrzehnten mit Leidenschaft und viel liebe zum Detail lebt. Doch der Erfolg der heutigen Tage war ein hart erkämpfter.

© Geba GmbH

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Begonnen hat Harald Geba seinerzeit als Teppichverkäufer in Graz. Heute gilt er als einer der Vorreiter modernen Teppichdesigns im deutschen Raum: Er stattet mit seinen Teppichen nicht nur Nobelhotels und Firmensitze in aller Welt aus, sondern designt auch Teppiche für Architekten wie den New Yorker Richard Meier oder fertigt für das Pariser Modelabel Ungaro. Seine Teppiche liegen in der VIP-Lounge des Red Bull Rings in Spielberg und im Wohnzimmer von Air Race-Gewinner Hannes Arch. Geba holt sie alle wieder auf den Teppich – kein Wunder bei solch aparten Designs und einer derart hohen Qualität.

Die Modeindustrie, für zahlreiche Designer unterschiedlicher Disziplinen die Inspirationsquelle, hat den Chef der Teppichmanufaktur nie sonderlich beeindruckt – eher im Gegenteil: Die Entscheidungen, die Harald Geba traf, stellten sich sehr oft bewusst gegen Trend und Zeitgeist.

Doch nochmal zurück zum Anfang: Und zwar nach Österreich, genauer in die Südsteiermark, wo es außer Natur, Sonne und Weinbergen nicht viel gibt. Mit Kunst und Design hat man in dieser Gegend in den 80ern nicht viel am Hut. Ein Grund mehr, warum es Harald Geba zunächst in die Steirische Landeshauptstadt Graz zieht. Hier verdient er sich im klassischen Handel mit Orientteppichen seine ersten Sporen - und das mit zarten 17 Jahren. Doch lange hält es ihn hier nicht.

Denn mit 24 und 3.000 Schilling in der Tasche übersiedelt Geba nach London – das Teppichmekka der 80er! Auf den zahllosen Auktionen, auf denen er Teppiche ersteigert und mit Gewinn nach Österreich weiterverkauft, kommt Geba in Kontakt mit der modernen Malerei. „Miró und Kandinsky hatten es mir besonders angetan. Ich war fasziniert von ihrem Ausdruck, ihrer Reduktion, ihrer Symbolik. So etwas sollte nicht auf Leinwand reduziert bleiben, dachte ich mir. Daher kam ich als einer der ersten auf die Idee, moderne Kunst auf Teppiche zu bannen.“

Die Reaktionen auf seine innovativen Ideen sind gelinde gesagt durchwachsen: „Moderne Teppiche hatten in dieser Zeit keinen Platz – mit meiner Idee wurde ich entweder belächelt oder für verrückt erklärt.“ Denn in den 80ern ist der Orientteppich absolut marktbeherrschend. „Jeder der etwas auf sich hielt, sparte auf den eigenen Perser“, erinnert sich Harald Geba. Doch er lässt sich nicht beirren, packt die Entwürfe seiner ersten Kollektion in einen alten Citroen und lässt über 10.000 Kilometer staubiger Straßen des Anatolischen Hochlands hinter sich – auf der Suche nach Knüpferfamilien, die seine Teppichdesigns umsetzen können. Der Rest ist eine Erfolgsgeschichte, die Geba von Anatolien bis nach Nepal führt. Verwurzelt ist er aber stets in Graz.

Und heute? Das Teppichdesign bleibt Gebas große Leidenschaft. „Nach wie vor gehen alle Teppichdesigns durch meine Hände. 90% der Geba-Teppiche designe ich selbst, einige stammen von Kooperationen mit Künstlern und Designern.“ Und auch seine Heimat, die Südsteiermark, besucht er nach wie vor sehr gerne. „Am liebsten“, lacht Geba „in einem schnellen Sportwagen. Der führt die kurvigen Bergstraßen in den Weinbergen erst zu ihrer wahren Bestimmung.“

Über die nächsten Schritte der innovativen Teppichmanufaktur hüllt sich der Designer momentan noch in Schweigen. Eines ist dabei aber sicher: Auch sein nächstes Projekt wird sich – ganz der eigenen Philosophie folgend – sicher nicht von der Mode beeinflussen lassen. Denn statt ihnen nachzulaufen, macht Geba lieber etwas anderes – selbst neue Trends setzen und dem Zeitgeist seinen eigenen Stempel aufdrücken.

www.geba.cc

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