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Dezember 2018

Designtrends 2019

Ein weiteres Jahr, eine weitere Gelegenheit, um vorherzusagen, welche Trends die Designwelt 2019 bestimmen werden. Zum zweiten Mal in Folge hat der Online-Marktplatz 1stdibs die Fachwelt befragt, um einen fundierten Einblick in die Branche zu entwickeln, den er exklusiv mit dem Designmagazin Architectural Digest geteilt hat. 

1stdibs, arbeitete in diesem Zusammenhang mit dem Forschungsunternehmen Surveys & Forecasts, LLC zusammen und befragte weltweit mehr als 700 Designer, wie und was sie kaufen, und fasste diese Erkenntnisse zu realistischen Vorhersagen über das Jahr 2019 zusammen. Obwohl trotz des unersättlichen Instagram-Scrollens, das unseren Medienkonsum auf ein immer höheres Niveau hievt und praktisch jede Stunde neue "Trends" hervorbringt, werden visuell getriebene Trends hier kaum zu finden sein - also kein "Millennial Pink ist die Farbe dieses Jahres!". Es geht viel eher um konzeptionelle und praxisorientierte Einsichten. Insofern ähnelt der Bericht also weniger den "Top Trends of 2019" -Artikeln, die aktuell das Internet überfluten, sondern eher einer Einschätzung in welche Richtung sich die Branche entwickeln wird. 

Eine dieser Richtungen ist der deutliche Trend zu Maßschneiderung und Einzigartigkeit: Dies ist nicht sonderlich überraschend für die Designer, die bemerken, wie ihre Kunden (und wahrscheinlich auch sie selbst) der Vielzahl leicht zugänglicher Standard-Angebote, die der E-Commerce in den letzten Jahren hervorbrachte, überdrüssig werden und sich stattdessen nach einzigartigen Funden sehnen. Der Wunsch nach maßgeschneiderten und einzigartigen Gegenständen war der Spitzenreiter bei den Umfrageergebnissen. Nahezu die Hälfte der befragten Designer (49 Prozent) plant, 2019 handwerklich gefertigte, einzigartige Kunstwerke zu (be)schaffen, im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg von 7%. Mittlerweile geben 58 Prozent an, dass sie die von ihnen bezogenen Stücke jederzeit gerne für Kunden anpassen, im Vergleich zu 44 Prozent im letzten Jahr. So können sich die Kunden langsam, aber sicher von den üblichen Standard-Sets verabschieden und auf Individualität setzen!

Auch das Internet wird die Designbranche nachhaltig beeinflussen: Während wir wissen, dass viele Designer niemals persönliche Einkaufstouren, Fabrikbesuche und Materialauswahl aufgeben werden, ist mittlerweile die Zeit gekommen, dass die Mehrheit ihre Einkäufe online tätigt. 1stdibs bemerkte, dass 61 Prozent der befragten Designer Möbel online einkaufen, während 45 Prozent Kunst für Kunden online beschaffen. Auf der Kundenseite sind die Zahlen noch extremer: Designer sagen, dass 81 Prozent ihrer Kunden es vorziehen, Artikel online zu kaufen, und ganze 77 Prozent "wollen Einkaufsreisen und Einzelhandelsgeschäfte komplett vermeiden".

Diesen Schlachtruf wird man innerhalb der Designbranche 2019 oft hören: Genug mit den neutralen Innenräumen! Nach den Erkenntnissen von 1stdibs ist diese Mentalität 2019 auch endlich bei den Kunden angekommen. "Innenarchitekten stellen nach wie vor fest, dass sich die Kunden in Richtung Farbe bewegen, wobei wärmere Töne und hellere Nuancen an Popularität gewinnen", so der Bericht. Eine Farbe, die langsam aus der Mode kommt? Violett! Hier war der größte prozentuale Rückgang im Jahresvergleich zu verzeichnen (von 15 Prozent auf 4 Prozent). Der Bericht stellt fest, dass sowohl moderne (abstrakte, großflächige Motive) als auch traditionelle (florale) Muster nach wie vor beliebt sind und auch bleiben werden.

2019 geht es auch ganz dezidiert um "die Mischung": Zahlreiche Designer entscheiden sich weiterhin für eine vielseitige Mischung aus Stilen und Epochen in ihren Projekten. In diesem Jahr gaben ganze 85 Prozent an, dass sie in ihrer Arbeit Designperioden mischen werden.

Nackte Glühbirnen, raues Holz und sichtbare Rohrleitungen? Nicht 2019, sagen die 1stdibs-Designer. Nach Jahren, in denen das Industrial Design in coolen Bars, angesagten Restaurants und hippen Hotels die Hauptrolle gespielt haben, sinkt die Beliebtheit in der Branche, heißt es in der Umfrage. Von allen Stilen, die den Designern präsentiert wurden, wurde dieser als "am wenigsten im Trend" bezeichnet. Dies ist jedoch leider auch mit einer großen Enttäuschung gekoppelt, denn die Wahrscheinlichkeit, dass sich Designer für wiederverwendetes Holz entscheiden, sank von 3 Prozent auf 1 Prozent.

Der vielleicht am wenigsten überraschende Befund des Berichts ist, dass jener Designstil, der bis jetzt noch nicht gestorben ist, auch weiterhin wenig Tendenz Zeit, das zeitliche zu segnen. Die Umfrage ergab, dass jene Stile, die 2019 am wahrscheinlichsten in der Branche genutzt werden, Mid-Century-Moderne, skandinavische Moderne, amerikanische Moderne und Art Deco sind. Trotz des neuen Jahres ändern sich manche Dinge also nie - und manchmal ist das auch ganz gut so!

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