• Maison H2
    © Paola Lenti

     

  • Maison H2
    © Paola Lenti

     

  • Maison H2 
    © Paola Lenti

     

  • Maison H2 
    © Paola Lenti

     

  • Maison H2 
    © Paola Lenti

     

  • Maison H2 
    © Paola Lenti

     

  • Maison H2 
    © Paola Lenti

     

März 2018

Grenzenloser Granit

Die französischen Architekten Vincent Coste und Bruno Fléchet machen mit dem korsischen „Maison H2“ dort weiter, wo die Natur aufhört. Resultat: Ein echt offenes Haus.

„Die umliegende Natur mit hereinholen.“ Dieser Satz fällt in Zusammenhang mit Architektur ja häufig. Dann tauchen Panoramafenster auf, die das Meer zum besten Nachbarn machen: Immer da, wenn man ihn braucht, ab und zu stürmisch, aber meistens angenehm ruhig. Oder ein nicht allzu weit entfernter Berggipfel wird so perfekt gerahmt, wie es Normalverbraucher bloß von Paramount Pictures im Home Cinema kennen. Und dann gibt es noch jene Häuser, bei denen die Bauherren einen besonders dicken grünen Daumen bewiesen und einen vorhandenen Baum gerettet haben, der dann im verglasten Atrium bewundernde Blicke auf sich zieht. 

Im Falle des korsischen „Maison H2“ muss man den Satz von der „hereingeholten Natur“ aber ein wenig radikaler umdrehen. Korrekt müsste er hier lauten: „Ein herrliches Stück Land, das sich ein wenig Haus hereingeholt hat.“ So lautete nämlich die Grundidee, die hier besonders radikal angegangen wurde. Denn anstelle einer am Zeichentisch entstandenen Vision, die mal Bezüge zur natürlichen Umgebung aufgreift und diese an anderen Stellen lieber ignoriert, so wie es dem Planer eben gerade passt, versteht sich das Projekt mehr als gefühlvolle Ergänzung des Vorhandenen. Als Architekt Vincent Coste, ein ausgewiesener Meister der zeitgenössischen mediterranen Baukunst, an das Projekt heranging, war der viel ältere Entwurf aus dem „Architekturbüro“ der grandiosen korsischen Natur längst fertig. Das galt vor allem für die markanten Granitbrocken, die keinesfalls als raue Deko, sondern vielmehr als Ausgangspunkt der später hinzugefügten baulichen Erweiterungen verstanden wurden. Wenn der französische Architekt darüber spricht, wirkt er ein wenig wie ein Masseverwalter der vorgefundenen Landschaft: „Als allererster Schritt kam die Inventur der vorhandenen Natur“, erinnert er sich an die Basis des korsischen Jobs. „Wir lokalisierten die windgepeitschte endemische Vegetation und die vorhandenen Granitfelsen, die dann als geometrische Ankerpunkte für das Projekt dienten.“ Apropos Ankerpunkt: Man kann sich die Annäherung an die „Maison H2“ aber auch noch anders vorstellen.

Text: Jürgen Hoffmann

Lesen Sie weiter in unserer Ausgabe vom März 2018 oder online auf
at.readly.com/products/magazine/at/morethandesign

SHARE

Wissenwertes für Sie

Hotel Andaz Amsterdam

© Marcel Wanders
März 2018
Design & Interior

Wohnen&Interieur 2018  

Foto: Philipp Hutter

März 2018
Design & Interior

Das GROHE Design Team.

(c) GROHE

 

März 2018
Design & Interior