• Mithilfe von sechs Defendern verschiedener Modellgenerationen entstand 2015 am Strand der Red Wharf Bay der Insel Anglesey, wo alles begann, ein riesenhaftes Sandgemälde der Automobil-Ikone. Die Flut zerstörte das Kunstwerk nur Minuten nach Vollendung …

    © Landrover

     

  • Die Serie 1 aus dem Jahr 1954 wurde zum 80. Geburtstag von Sir Winston Churchill speziell nach seinen Wünschen
    gefertigt und war mit einem breiteren Beifahrersitz und beheizbaren Fußraum ausgestattet.

    © Landrover

     

  • Hier in Islay, Schottland, wurden die ersten Land Rover getestet. Der Wahl- bzw. Werbespruch ist heute wie damals gültig …

    © Landrover

     

  • Islay, Schottland
    © Landrover

     

  • Defender Works V8 – der stärkste und schnellste Defender aus der Land-Rover-Produktion. Die Sammleredition mit dem „70th“-Logo gibt es in limitierter Auflage von maximal 150 Exemplaren.
    © Landrover

     

  • Defender Works V8
    © Landrover

     

  • Sir Paul Smith vor seinem 2015 gestalteten Defender – das Unikat befindet sich im Besitz des britischen Star-Designers.

    © Landrover

     

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März 2018

Defender – Totgesagte leben länger

 

 

Beim Gedanken an den Werbespruch „Go anywhere, do anything“ bekommen eingefleischte Fans der Automobil-Ikone weiche Knie. Der Sager, der als die Defender-Philosophie bekannt ist, verheißt abenteuerlich-schmutzige 4x4-Ausritte ins Gelände und lässt bei allen „Landy“-Liebhabern Erinnerungen an gemeinsam Erlebtes auferstehen. 68 Jahre lang fungierte der Defender als Allrounder: Er chauffierte als Paradeauto die königliche Familie ebenso wie die Simpsons auf Afrika-Safari, ließ sich zigmal für James Bond zu Schrott fahren, sich mit Marilyn Monroe am Strand ablichten und mutierte zum Panzer-Zentaur sowie Luxus-Spielzeug. 2016 ehrenvoll und mit viel Pomp zu Grabe getragen, steigt die Legende nur zwei Jahre später wie ein Phönix aus der Asche und präsentiert sich in Form einer limitierten Sonderserie neu. Das zum Klassiker avancierte „Zufallsprodukt“ ist einfach nicht kaputtzukriegen …

Queen Elizabeth von England und Prince Philip bei der Inspektion des Flugzeugträger HMS Albion, 1957.

© Landrover

Genau 2.016.933 Fahrzeuge der Serien I, II, III und Defender wurden ab 1948 im englischen Solihull, nahe Birmingham, gebaut. Als Anfang 2016 der letzte Defender die Rover-Werkshallen verließ, ging nicht nur für die Mitarbeiter eine Ära zu Ende, sondern auch für so manchen Land-Rover-Besitzer, denn immerhin sehen viele in ihrem „Landy“ eine Art Familienmitglied. Ähnlich empfand dies wohl auch Tim Bickerton, ein langjähriger Rover-Mitarbeiter: „Für viele Menschen ist der Defender gleichbedeutend mit Land Rover – er wird ja häufig als Arbeitspferd angesehen, aber für uns ist er ein echter Vollblüter.“ Wenngleich die Einzelteile der Allrad-Ikone oft wenig edle, aber umso liebevoller gemeinte Spitznamen haben: als „Schweinsohren“ werden die Türscharniere bezeichnet oder „Lammkotelett“ das Armaturenbrett genannt. Zwei Jahre dauerte der Dornröschenschlaf, nun ist damit kurzfristig Schluss: Denn der siebzigste Geburtstag wird mit einer maximal auf 150 Stück limitierten Sonderserie des Defenders gefeiert. Die 70th Edition bietet mit dem Defender Works V8 eine Hochleistungsversion, die es mit 405 PS unter der Haube in 5,6 Sekunden von 0 auf 96 km/h schafft.  

Zufallsprodukt mit Mittellenkung 

Als Maurice Wilks, Chefingenieur und späterer Technischer Direktor von Rover, im Jahre 1947 die Form des ersten Defenders in den Sand der Red Wharf Bay der englischen Insel Anglesey zeichnete, ahnte er nicht, welch großen Wurf die Skizze bedeuten sollte. Der Plan war es, ein einfaches Allradfahrzeug zu konstruieren: ein Modell, das auf dem Feld ebenso wie auf der Straße gute Figur machen sollte. Die Stahlressourcen nach dem Zweiten Weltkrieg waren denkbar knapp und nur wer nachweislich durch Exporte Devisen ins Land brachte, konnte sich einen Anteil daran sichern. Da Rover ein Spezialist in Sachen „linksverkehrende“ Limousinen war, bedurfte es eines neuen sowie exportfähigen Produkts. Um das für Landwirte aus aller Welt gedachte Gefährt nicht an den Rechtsverkehr anpassen zu müssen, entschied man sich beim Bau des Prototypen für die Mittellenkung. Der Wagen war äußerst sparsam konzipiert und verfügte weder über Türen noch über weitere Sitzplätze als jenen für den Fahrer. Sparsam verhielt sich das Unternehmen auch lange hinsichtlich der Marke. Während Rover sich rühmen darf, den Defender ab 1948 gebaut zu haben, existiert die Marke Land Rover erst seit 1978. Kenner wissen jedoch, dass die Modellbezeichnung Defender weit jünger ist: Das Programm bestand lange Jahre aus dem klassischen Land Rover und dem Range Rover. 1990 machte die Neueinführung des Land Rover Discovery eine namentliche Unterscheidung unumgänglich. Allerdings waren die Defender-Namensrechte von einem gepanzerten Fahrzeug einer Waffenfirma besetzt und mussten erst erworben werden. Zuvor war der Land Rover allein durch den Radstand – 90 oder 110 respektive Ninety oder OneTen – sowie Seriennummer (Serie I, II oder III) klassifiziert worden. Der erste Defender, aus einem Willys-Jeep-Fahrwerk, einem Rover-Motor und einer zusammengehämmerten Alukarosserie gefertigt, feierte am 30. April 1948 auf der Amsterdam Motor Show seine Weltpremiere. Ein Land Rover der Serie I kostete damals 450 britische Pfund. Das eher zufällig und als Devisenbringer konzipierte Produkt erwies sich als überraschend erfolgreich. Das Unternehmen sollte bald erkennen, dass mit dem improvisierten Traktor mehr Geld als mit den Limousinen zu lukrieren war.  

Text: Carola Leitner

Lesen Sie weiter in unserer Print Ausgabe vom März 2018 oder online auf
at.readly.com/products/magazine/at/morethandesign

 

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