• Henri Cartier-Bresson, ganz entspannt und wie immer mit seiner Kamera © Martine Franck I Magnum Photos

     

  • Marylin Monroe, in Szene gesetzt von Henri Cartier-Bresson © Henri Cartier-Bresson I Magnum Photos

     

  • Modeikone Coco Chanel lächelt freudig in die Linse © Henri Cartier-Bresson I Magnum Photos

     

  • Bürgerrechtler Malcolm X beim Kaffee © Henri Cartier-Bresson I Magnum Photos

     

  • Truman Capote gibt uns den James Dean © Henri Cartier-Bresson I Magnum Photos

     

  • Jean-Paul Sartre reüssiert über den Existentialismus © Henri Cartier-Bresson I Magnum Photos

     

November 2018

Neu in der Pariser Kulturlandschaft

Das Arrondissement Marais ist nicht nur ein pulsierender Pariser Bezirk mit vielen lebhaften Cafés und Bars, sondern seit kurzem auch das "Zuhause" des Vaters der modernen Fotografie: Denn die Henri-Cartier-Bresson-Stiftung hat ihren Standort aus dem weit entfernten Montparnasse in die ruhige Rue des Archives verlegt!

Raum C und Konferenzraum © Novo

Raum H, Hauptausstellungsfläche © Novo

Die Stiftung wurde 2003 gegründet, um das Erbe des umtriebigen Tausendsassas Cartier-Bresson zusammen mit den Fotos seiner Frau Martine Franck zu erhalten. Das umfangreiche Fotoarchiv umfasst zusammen über 50.000 originale Fotoabzüge und 200.000 Negative, die auch alle an Ort und Stelle gelagert werden. "Cartier-Bresson und Franck wollten, dass ihre Stiftung nicht nur die eigenen Kunstwerke zeigt, sondern auch die Werke anderer, damit sie nicht zu einem toten Raum wird", sagt François Hébel, Direktor der Henri Cartier-Bresson-Stiftung. „Hier heißen wir Fotografen aus dem 20. und 21. Jahrhundert willkommen.“

Der neue Standort der Stiftung befindet sich an der berühmten "Museumsmeile" von Paris: Von hier aus können Kunstinteressierte einige der berühmtesten Museen der Stadt zu Fuß erreichen - vom Picasso-Museum über den Louvre bis hin zum Pompidou. Während Hébel die ehemaligen Räumlichkeiten gerne als "Schuhkarton" bezeichnet, begeistert diese neue 2.500 mGalerie mit doppelt so großem Raumangebot, beweglichen Wänden und hohen Decken.

Das "weiße Labyrinth" - übrigens eine ehemaliges, 4-stöckiges Parkhaus - befindet sich in einem malerischen Innenhof aus dem 18. Jahrhundert und begeistert designaffine Besucher mit Aluminiumbalken und Glaswänden. Entworfen von der Firma NOVO Architects, die über ein unverkennbare Gespür für die Eleganz der Schlichtheit verfügt, erscheint das Gebäude so minimalistisch, dass man es fast als Hommage an den Bauhaus-Stil missverstehen könnte. Komplett von Grund auf neu gebaut, steckt seine schlanke Schönheit im Detail - vom polierten schwarzen Betonboden bis zu den glänzenden Stahlwänden.

Die Eröffnungsausstellung im neuen Zuhause ist eine Einzelausstellung der Fotografien Francks. Es werden über 100 Schwarzweiß-Fotos gezeigt, die sie während einer Reise durch Asien machte und ebenso alte Ruinen in Nepal oder nachdenkliche Porträts berühmter Künstler wie Alberto Giacometti, Henry Moore oder des britischen Fotografen Bill Brandt. Francks Arbeit ist ergreifend - einerseits, da sie ein untrügliches Auge für das magische Motiv hat und andererseits, da sie eine der ersten Fotojournalistinnen überhaupt. Neben Sabine Weiss, Sarah Moon und Catherine Leroy als Wegbereiterin und teilweise fast schon Schutzheilige des weiblichen Aspekts der Branche gehandelt, schuf sie schon früh eine aufsehenerregende Foto-Serie, die Arbeiterinnen dokumentierte - von Models bis zu Dienstmädchen, aber auch atypischen Rollen wie Triebfahrzeugführerin und Elektrikerin.

Die kommende Ausstellung im Februar 2019 wird dann die Arbeiten des südafrikanischen Fotografen Guy Tillim umfassen, gefolgt von einer Einzelausstellung des US-amerikanischen Fotografen Wright Morris. In der Zwischenzeit arbeitet die Stiftung fieberhaft daran, den 1.000 Quadratmeter großen Keller innerhalb der nächsten drei Jahre in eine erweiterte Ausstellungsfläche zu verwandeln.

Dank dieser neuen Prestige-Galerie lebt Cartier-Bressons Erbe als Fotograf für die kommenden Generationen weiter. Bekannt dafür, die kulturellen Leitbilder des 20. Jahrhunderts fotografisch zu inszenieren, zählen mittlerweile ikonische Fotografien von Truman Capote, Marilyn Monroe und Le Corbusier zu seinen beeindruckendsten Porträts. Ein weiterer essentieller Quantensprung Cartier-Bressons war 1947 auch die Mitbegründung der Magnum-Fotoagentur, durch die der weitere Weg für den Fotojournalismus geebenet wurde.

„Jeder hat seine eigene Interpretation, aber ich glaube, er hat die Fotografie befreit“, sagt Hébel. "Cartier-Bresson war ein echter Dichter, er gab der Fotografie eine andere Dimension, die nicht nur statisch war - genau deshalb wurde er auch als Begründer der modernen Fotografie anerkannt."

www.henricartierbresson.org

SHARE

Wissenwertes für Sie

Das Bauprojekt in der Saltenstraße ist eine Niedrigenergie-Wohnanlage mit 46 Eigentums- und Vorsorgewohnungen. © Hübl & Partner

September 2018
Architektur

Lichtkonzept LUCE setzt die stilvollen Kleidungsstücke in Szene. © Ploner Communications / Niklas Stadler

September 2018
Architektur

Auf der Terrasse der Dachgeschoß Wohnung kann man die Sonne auf der Haut spüren. © Raiffeisen Vorsorge Wohnung

September 2018
Architektur