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Dezember 2018

Für eine bessere Zukunft

Nachhaltigkeit - ein Konzept, das in jeder Politikeransprache, in jeder Wirtschaftsphilosophie und in jedem Marketingkonzept der heutigen Welt zu finden ist - und das zu Recht! Unsere Ressourcen sind begrenzt und unser Planet nicht unverwundbar. Es ist nicht zu leugnen, dass wir die Verantwortung für zukünftige Generationen tragen, um ihnen eine lebenswerte Umgebung zu bieten. Von der Kälte Islands bis zur Hitze der Vereinigten Arabischen Emirate spielen diese fünf Städte eine entscheidende Rolle auf dem Weg in eine umweltfreundliche Zukunft und demonstrieren uns auf ihre eigene Art, wie wir gemeinsam in einer grüneren Gesellschaft leben können.

Sightseeing in der Gesellschaft von Müllbergen kann den Urlaub beeinträchtigen, egal wie unglaublich, atemberaubend und einzigartig die Sehenswürdigkeiten auch sein mögen. Das Positive an dieser Situation ist, dass Städte auf der ganzen Welt das Thema Umweltverschmutzung heutzutage ernster nehmen als je zuvor: So hat sich das, ursprünglich zuerst von Kenia ausgesprochene, Verbot von Plastiktüten mittlerweile zu einem beliebten Trend entwickelt. Die Hauptstadt Ruandas führte diese Idee sogar noch weiter und sprach sich für obligatorische "Bürger-Reinigungstage" aus. Auch in anderen Ländern wird vermehrt und kontinuierlich in umweltfreundlichere Technologien investiert, um den eigenen CO2-Fußabdruck erheblich zu reduzieren - und den Besuchern (wieder) das Flanieren auf makellosen Gehwegen und das Atmen frischer Luft zu garantieren!

Mit ihrer "The 2020 Sustainability Direction" unternimmt die kanadische Stadt Calgary alles, um die gesündeste und sauberste Stadt-Gemeinschaft zu schaffen - von der Aufklärung der Menschen über umweltfreundlichere Lebensstile bis hin zur Beseitigung von Müll auf der Straße. Außerdem verfolgt Calgary das Ziel, den Müll in Deponien bis 2020 um 80 Prozent zu reduzieren. Die Reduktion wird auch auf die Energie ausgeweitet, deren verbrauch durch intelligente Konservierung reduziert werden soll. Ebenso wird die effiziente Nutzung der Energie in den Mittelpunkt gestellt, um mehr mit weniger machen zu können. Ein weiterer essentieller Punkt ist die Entwicklung alternative Energie-Quellen, die nicht nur erneuerbar, sondern vor allem auch schadstoffarm sind. Neben der Entwicklung und Implementierung eines Klimawandel-Assessment- und Aktionsplans, spielt auch die Erhaltung der Biodiversität eine zentrale Rolle: Neben dem Schutz gefährdeter Arten, werden ebenso gestörte oder degradierte Lebensräume wiederhergestellt und in die Landschaft integriert.

Lassen Sie sich nicht von Dubais verschwenderischen Einkaufszentren und endlosen Reihen von Hochhäusern täuschen - die Stadt hat einen fundierten Plan, um ihre Ökobilanz aufzupolieren und bis 2020 eine der nachhaltigsten Städte zu werden! So gibt es ein neues Wohnprojekt mit einem Gesamtvolumen von 300 Millionen Euro namens Sustainable City, das mit fahrerlosen Autos sowie beeindruckenden solarbetriebenen Häusern besticht und noch in diesem Jahr fertiggestellt werden soll. Der Solarpark Mohammed bin Rashid Al Maktoum ist ein weiteres Projekt, das Dubais Nachhaltigkeitsziele unterstützt: Mit einer Gesamtkapazität von 3.000 Megawatt ist es eines der weltweit größten Projekte für erneuerbare Energien. Die Initiative ist Teil der Dubai Clean Energy-Strategie, die darauf abzielt, bis 2020 7% der Energie der Stadt aus erneuerbaren Quellen bereitzustellen. Dieses Ziel wird bis 2030 auf 25% und bis 2050 auf 75% steigen. Kürzlich wurden zudem Pläne für weitere nachhaltige Projekte angekündigt, darunter die Desert Rose, eine 14.000 Hektar große Smart City, die voraussichtlich 20.000 Parzellen für Emiratis beherbergen und ca. 4,7 Milliarden Euro kosten wird. Wie man anhand dieser ambitionierten Projekte leicht erkennen kann, haben sich die Vereinigten Arabischen Emirate mittlerweile zu einem der weltweit führenden Länder in Sachen Nachhaltigkeit entwickelt.  

Ruandas Mission zur Aufrechterhaltung einer sauberen und gesunden Umwelt besteht seit 2008, als die Verwendung von nicht biologisch abbaubaren Plastiktüten und Verpackungsmaterialien verboten wurde. Die ruandische Regierung hat mit der als "Umuganda" bekannten Initiative viel Erfolg bei der Säuberung des Landes, insbesondere der Hauptstadt von Kigali - denn es gibt einen offiziellen nationalen Aufräumtag ind en Gemeiden, der am letzten Samstag jedes Monats abgehalten wird. Um die Waldfläche bis 2020 auf 30% der gesamten Landfläche zu erhöhen, hat Ruanda auch eine massive Wiederaufforstung in Angriff genommen. Ebenfalls zu erwähnen ist Ruandas Engagement für den Schutz und die Wiederherstellung degradierter Ökosysteme wie Feuchtgebiete oder Seen. Um seine Vision einer kohlenstoffarmen und klimakonformen Wirtschaft bis 2050 zu erreichen, hat Ruanda zudem den Green Fund gegründet, einen bahnbrechenden Investmentfonds, den größten seiner Art in Afrika.

In Reykjavík, der Hauptstadt Islands, gibt es nicht nur eine imposante Vielfalt an Wassersportarten, die offenen Gewässer sind sogar dermaßen makellos, dass Reisende in bestimmten Gegenden tatsächlich dazu aufgefordert sind, das Wasser direkt von der Quelle zu trinken. Zudem hat sich die Stadt das bewundernswerte Ziel gesetzt, bis 2050 vollständig frei von fossilen Brennstoffen zu sein. In Bezug auf die Treibhausgasemissionen ist sie bereits eine der grünsten Städte der Welt. Dies ist größtenteils den reichhaltigen Ressourcen unter den Füßen der Bewohner zu verdanken: Geothermie versorgt alle Gebäude der Stadt mit Strom - mit einem Stromnetz, das 750 Megawatt Strom aus Dampf erzeugt, und einem Warmwasserverteilungssystem, das jährlich 60 Millionen Kubikmeter Warmwasser erzeugt. Es wird geschätzt, dass die historische Nutzung der Geothermie in der Stadt im Zeitraum von 1944 bis 2006 die Emission von bis zu 110 Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre verhindert hat. Bis zu 4 Millionen Tonnen werden derzeit pro Jahr eingespart, denn nur etwa 0,1% des isländischen Stroms wird noch mit fossilen Brennstoffen erzeugt.

Für viele vielleicht eine kleine Überraschung, aber Untersuchungen mehrerer weltweit führender Umweltbehörden und -institutionen haben ergeben, dass Singapur in der Tat eine der umweltfreundlichsten Nationen ist! Der erste Schritt zur Nachhaltigkeit war die Ausmerzung der Hausboote und der überfüllten Slums am Ufer des Singapore River. Der Insel- und Stadtstaat ist auch sehr stolz auf die von der Regierung durchgesetzten Sauberkeits-Kampagnen, die einen großen Anteil an der positiven Entwicklung der asiatischen Metropole hatten und haben. So erheben die Behörden Zehntausende von Geldbußen pro Jahr für das ungesetzmäßige Entsorgen von Abfall und das Land gibt jährlich kolportierte 87 Millionen Dollar für die Sauberkeit der öffentlichen Räume aus - wahrlich ein fundamentaler Kontrast zu den meisten Großstädten!

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